Stoppt den Hass!

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat die Menschen in Schleswig-Holstein aufgerufen, den Kampf gegen Hass und Gewalt zu unterstützen. „Wichtig ist nicht, wo und wie wir uns einsetzen, wichtig ist, dass wir uns einsetzen“, sagte Albig bei der Gedenkstunde zum 20. Jahrestag der Brandanschläge in Mölln.

In seiner Ansprache gedachte der Ministerpräsident der Opfer, denen unermessliches Leid widerfahren ist. „Wer das Gedenken wachhält, dem bleibt das Geschehene als Mahnung. Nur wer sich erinnert, kann die Zukunft besser machen. Mit dieser Gedenkstunde setzen wir ein Zeichen: Wir beugen uns nicht dem Extremismus, wir stehen auf gegen Extremismus. Wir werden es niemals hinnehmen und schweigen, wenn unsere Mitbürger angegriffen werden – egal, ob durch Worte oder solch heimtückische Anschläge. Auch wenn unsere Verzweiflung noch so groß ist: Nie wieder werden wir vor Faschisten zurückweichen. Immer werden wir mehr sein, viel mehr“, sagte der Ministerpräsident.

Er verwies darauf, dass Schleswig-Holstein derzeit gemeinsam mit den anderen Ländern die Voraussetzungen für ein NPD-Verbotsverfahren prüft. Außerdem soll voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Mölln ein Kompetenzzentrum Rechtsextremismus und Demokratie entstehen. „Alle staatlichen Programme würden aber nichts nützen, wenn keine Menschen da wären, die mithelfen. Menschen, die da anpacken, wo sie gerade stehen, mit Mitteln, die sie gerade haben. Menschen, die wissen: Wir sind nicht nur für das verantwortlich was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun“, so Albig.

Der Ministerpräsident zollte der tiefen Trauer vor Ort und dem hieraus resultierenden Engagement der Möllnerinnen und Möllner für Verständnis und Toleranz Respekt: „Die Fassungslosigkeit über das Geschehen hat nicht zu Tatenlosigkeit geführt.“

Bei den rechtsextremistischen Brandanschlägen auf zwei Wohnhäuser in Mölln in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 wurden die 10-jährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayse Yilmaz sowie die 51-jährige Bahide Arslan getötet. Neun Menschen wurden verletzt.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.