Auf der Straße, in der Schule, in der Bahn, im Betrieb: An der Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt haben sich heute eine überwältigende Zahl an Menschen, Firmen und Institutionen in Hamburg beteiligt.
Busse und U-Bahnen standen still, am Flughafen gab es Durchsagen, an Schulen unterbrachen Lehrerinnen und Lehrer den Unterricht, Seminare an den Universitäten legten eine Pause ein, in Kirchen und Moscheen wurde gebetet und Angestellte, zum Beispiel bei Vattenfall, E.ON, der Stadtreinigung oder der Springer AG, ließen für einen Moment die Arbeit ruhen.
Auf der Gedenkveranstaltung im Rathaus erklärte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit: „Dass in Deutschland wieder Menschen umgebracht werden, weil sie einer bestimmten Nationalität angehören oder auch einer bestimmten Religion – das hätte man nicht für möglich gehalten und es macht tief betroffen. Unsere Betroffenheit schließt auch diejenigen ein, die sich der Gewalt entgegenstellen und dabei selbst Schaden nehmen, wie die 22-jährige Polizistin, die noch am Anfang ihres Lebens stand, als sie mitten im Dienst von einem Kopfschuss tödlich getroffen wurde.“
Uli Wachholtz, Präsident des Unternehmensverbandes Nord, sagte: „Gemeinsam mit der Politik und unseren Sozialpartnern verurteilen wir Fremdenhass, Rassismus und rechtsextreme Gewalt und wir signalisieren allen, die dieses Zeichen nicht verstehen wollen, dass wir in den Betrieben wachsam bleiben – wachsam bleiben müssen.“
„So viel menschenverachtende Gewalt und ihre Folgen können sprachlos machen“, meinte Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund. „Wenn wir aber heute für eine Minute schweigen, sind wir nicht ohne Stimme. Wir setzen ein Zeichen! Wir sagen nein zu Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Wir verlangen höchste Wachsamkeit unserer Sicherheitsorgane. Ich fordere alle Hamburgerinnen und Hamburger zu besonderer Aufmerksamkeit gegenüber neonazistischem Treiben in der Stadt auf“, so Uwe Grund weiter.