Ein großer Erfolg für Familienministerin Manuela Schwesig: Anstatt in zwei Stufen werden Alleinerziehende nun doch auf einen Schlag entlastet. Schon in diesem Jahr steigt der jährliche Entlastungsbetrag um 600 Euro auf 1908 Euro. Das heißt: mehr Geld in der Haushaltskasse.
Schwesig begrüßte die entsprechende Einigung der Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD als „starkes Signal“. „Elf Jahre lang ist nichts passiert“, so die SPD-Vize gegenüber der Passauer Neuen Presse (Mittwoch). „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Alleinerziehende zu unterstützen.“
Für die Familienministerin war die Erhöhung der steuerlichen Entlastung für Alleinerziehende nach über einem Jahrzehnt Stagnation überfällig. Am Samstag bekam sie bei einem Treffen mit 40 alleinerziehenden Müttern und Vätern für diese Forderung volle Unterstützung.
Entlastungsbetrag steigt auf einen Schlag
Zuletzt war eine Anhebung in zwei Stufen um jeweils 300 Euro bis 2016 geplant. Auf Druck der SPD soll der Entlastungsbetrag nun rückwirkend zum 1. Januar auf einen Schlag um 600 Euro für das 1. Kind steigen. Für jedes weitere Kind wird der Betrag um zusätzlich 240 Euro erhöht. Der entsprechend geänderte Gesetzentwurf soll am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden.
Seit 2004 erhalten alleinerziehende Steuerpflichtige einen Entlastungsbetrag von 1308 Euro. Der Kinderfreibetrag und das Kindergeld wurden in der Zeit um mehr als 20 Prozent angehoben. Der höhere Entlastungsbetrag kostet den Staat jährlich 210 Millionen Euro. In Deutschland gibt es nach offiziellen Angaben rund 1,6 Millionen Alleinerziehende, davon 90 Prozent Frauen.