Statt Event-Zentrum: Kaltehofe naturnah nutzen!

Anlässlich der heute vorgestellten Planungen des Senates zur Rothenburgsorter Wasserkunstinsel Kaltehofe hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion die vorgesehene Öffnung der Elbinsel Kaltehofe für den Autoverkehr kritisch bewertet. „Kaltehofe ist ein Naherholungsgebiet für den Stadtteil Rothenburgsort. Dieses Industriedenkmal zu erhalten und behutsam zu öffnen, ist richtig. Die Anlage wird aber nicht erst dann erlebbar, wenn dort ein 50 Meter hoher Event-Aussichtsturm gebaut wird“, sagte die Rothenburgsorter Abgeordnete Carola Veit.

„Rothenburgsort hat einen 64 m hohen Wasserturm aus dem Jahre 1848, der früher schon als Ausflugsziel gern genutzt wurde. Er ist das Wahrzeichen des Stadtteils, wird aber leider nicht zugänglich gemacht. Ihn zu reaktivieren, wäre die bessere Lösung“, so Veit. Die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr. Monika Schaal, kritisiert zudem den geplanten Eventcharakter. „Bisher macht die Naturbelassenheit den Charme von Kaltehofe aus. Seit die Nutzung durch die Wasserwerke aufgegeben wurde, haben sich zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt. Hier ist zum Beispiel Hamburgs einzige Kormorankolonie entstanden“, so Schaal.

Schaal wies ebenfalls darauf hin, dass der heute vom Senat öffentlich vorgestellte Masterplan zur Nutzung des ehemaligen Wasserwerks nicht wirklich neu ist, sondern bereits Anfang 2007 fertig gestellt wurde. „Aber erst jetzt, drei Monate vor der Bürgerschaftswahl, stellen Bausenator und der Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (zugleich CDU-Bürgerschaftsabgeordneter) den seit vielen Monaten vorliegenden Masterplan vor und verkaufen diese für die Stadt immerhin 6 Millionen Euro teuren Planungen als großen Wurf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt und von einem Wahlkampfcoup redet“, so Monika Schaal.

Das Ergebnis des Agenda-Prozesses, an dem auch die örtliche SPD mitgearbeitet hatte, sah unter anderem vor, den Kaltehofe Hauptdeich weiterhin autofrei zu halten. „Nun plötzlich will der Senat ein Riesen-Event mit Disney-gerechtem Aussichtsturm in Form eines überdimensionierten Springbrunnens, und nun sollen doch wieder Autos bis vor die historische Villa fahren und dort parken können“, kritisiert Schaal.

Die Rothenburgsorter Abgeordnete Veit bemängelt die Unvollständigkeit der Planungen: „Die Kostenkalkulation steht, aber wesentliche Fragen sind nicht gelöst.“ So fehle ein Verkehrskonzept, sowohl für den öffentlichen Nahverkehr als auch und vor allem für das zu erwartende PKW-Aufkommen. „Die Verkehrsbelastung ist im Rothenburgsorter Wohngebiet ohnehin schon extrem. Hier wird zwar mit etlichen hundert Besuchern am Tag gerechnet, aber wo diese – auch außerhalb des romantischen Naturgeländes – ihre Autos lassen können, scheint für den Senat kein Thema“.

Die SPD hält eine naturnahe Nutzung ohne Autos für den richtigen Weg. Schließlich sollen die Besucherinnen und Besucher der Elbphilharmonie nach Senatsplanungen lange Fußwege in Kauf nehmen. Warum dann andererseits die Besucher eines „Landschaftsparks“ in diesen hinein fahren und direkt vor dem Haus parken müssen, erschließt sich Carola Veit nicht.

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