Einen Stahlzaun gegen einen Obdachlosen-Schlafplatz ließ das Bezirksamt Mitte an der Helgoländer Allee errichten – dies stößt auf massiven Protest. Am Abend demonstrierten nach dem Fußballspiel rund 1000 St.Pauli-Fans vor Ort. Jetzt wird auch zu einer Kundgebung und Kunstaktion gegen Ausgrenzung aufgerufen.
Von der Diakonie über die Obdachlosenzeitung „Hinz & Kunzt“ bis zu politischen Kommentatoren herrscht Empörung über den 18.000 Euro teuren Zaun, der Wohnungslose an einer Übernachtung unter der Kersten-Miles-Brücke am Bismarck-Denkmal hindern soll. Das Bezirksamt begründet die Maßnahme damit, dass es „sehr, sehr viele Beschwerden“ über die Szene aus der Brücke gegeben habe. In der nächsten Woche solle an dem Zaun ein Hinweisschild mit Anlaufstationen für Obdachlose aufgestellt werden. Die Baumaßnahme werde mit Hilfsangeboten verbunden.
Die Fraktion DIE LINKE wird am Sonntag, den 25. September, ab 14 Uhr an einer öffentlichen Kunstaktion teilnehmen, bei der die roten Buchstaben AUSGRENZUNG am Zaun unter der Kersten-Miles-Brücke in St. Pauli angebracht werden und ruft deshalb zeitgleich an diesem Ort zur Kundgebung „Für soziale Gerechtigkeit – gegen Ausgrenzung und Vertreibung“ auf. Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Der Zaun wird zum symbolischen Ausdruck einer repressiven Gentrifizierungspolitik, die die Ärmsten der Armen und nicht die Armut bekämpft.“ In einer der reichsten Städte Europas würden Menschen mit Zäunen vertrieben, weil es die „majestätischen Gleichheit des Gesetzes ist, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (Anatole France: Le lys rouge, 1894)
Es sieht einfach zu befremdlich aus. Hinweise auf Unterkünfte oder Einrichtungen nützen keinem etwas, der einfach nur einen Platz zum Schlafen sucht. Und draußen, weil er es nicht erträgt, mit vielen anderen eingezwängt zu werden. Wer täte das?
Die jetzt hervor gerufenen Proteste und vor allem die medialen Bewertungen kann man meinem Eindruck nach nur abschwächen, indem ein wirklich gutes Zugeständnis gemacht wird. Das eine echte Verbesserung beinhaltet oder Geld kostet. Es müßte ein deutliches Einlenken spürbar sein und auch bald.