SPD-Schulexpertin Britta Ernst hat die Schulen beglückwünscht, die die Quote der Schulabbrecher im vergangenen Jahr senken konnten. „Diese Schulen sind Vorbild für alle Hamburger Schulen“, sagte Ernst. Sie warf der Schulsenatorin gleichzeitig „mangelnden Ehrgeiz“ bei der Senkung der Abbrecherquote vor.
Während die Kultusministerkonferenz die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss halbieren wolle, sei die Hamburger CDU-Schulsenatorin Dinges-Dierig mit einer Minimal-Reduzierung auf zehn Prozent zufrieden, kritisierte Ernst. Bundesweit liegt die Schulabbrecherquote bei rund acht Prozent. Die Bundesbildungsministerin will diese Quote halbieren. In Hamburg beträgt die Quote 10,3 Prozent – die CDU strebt lediglich eine Reduzierung auf zehn Prozent an.
Das Beispiel der Hamburger Erich-Kästner-Schule, der eine Senkung der Schulabbrecherzahl um 91,3 Prozent gelungen ist, sei bemerkenswert, sagte Ernst. Mit viel Engagement habe diese Schule viel erreicht. Vor dem Hintergrund sei allerdings unverständlich, dass die CDU-Bürgerschaftsfraktion in der Enquete-Kommission der SPD-Forderung, die Schülerzahlen ohne Abschluss von damals 11,2 Prozent auf 6 Prozent im Jahr 2015 zu senken, nicht zugestimmt hat.
Stattdessen hatte die CDU in der Enquete-Kommission mit ihrer Mehrheit beschlossen, den Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss auf maximal 10 % zu senken. Ernst: „Mit dieser Forderung steht die Hamburger CDU in einem krassen Widerspruch zu ihrer Bundesbildungsministerin. Ministerin Schavan fordert eine Halbierung der Schulabbrechquote.“
Die Reduzierung auf 10 Prozent sei „noch nicht einmal halbherzig“, sagte Ernst. Diese politische Willenserklärung werde den Hamburger Schülerinnen und Schülern, die ohne Abschluss kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, nicht gerecht. Ernst: „Angesichts der Tatsache, dass in manchen Hamburger Stadtteilen 30 bis 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler keinen Abschluss bekommen, verkennt die CDU die dramatische Lage. Wir geben uns damit nicht zufrieden.“ Ernst forderte einen schulischen Mentor, der Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten ab der achten Klasse zur Seite steht, bis der Übergang in Ausbildung oder Arbeit gelungen ist.