SPD erhöht Druck auf Dinges-Dierig

Im Streit um die unterschiedliche Behandlung von behinderten und nicht behinderten Kindern in den Integrationsklassen verstärkt die SPD-Bürgerschaftsfraktion den Druck auf den Senat. Mit einem Bürgerschaftsantrag will die SPD erreichen, dass alle Kinder in diesen Klassen weiterhin ein Berichtszeugnis bekommen.

Es sei „eine schlimme Vorstellung“, dass Kinder in einer Schulklasse wegen ihrer Behinderung ein anderes Zeugnis ausgestellt bekommen als ihre nicht-behinderten Klassenkameraden, sagte Wilfried Buss, SPD-Fachsprecher für Schulpolitik.

Er warf Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) vor, den Gedanken der Integration von behinderten und nicht behinderten Kindern in der Schule zu untergraben. Der SPD-Abgeordnete kritisierte weiter, die Neuregelung werde ohne jegliche Information der Eltern eingeführt. „Die betroffenen Kinder und ihre Eltern sind regelrecht überfahren worden. Was die Eltern für richtig halten, ist dem Senat offenbar völlig egal“, sagte Buss. Nach dem peinlichen Vorstoß zur Abschaffung des Werbeverbots in den Hamburger Schulen zeige die Schulsenatorin einmal mehr, dass ihr „sowohl Fingerspitzengefühl als auch politischer Instinkt fehlt“.

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gerhard Lein hat unterdessen eine kleine Anfrage an den Senat eingereicht. In ihr will er unter anderem wissen, wie viele Integrationsklassen und wie viele Integrative Regelklassen es derzeit an Hamburger Schulen gibt und in wie vielen bislang Berichtszeugnisse geschrieben wurden. Ferner will er wissen, ob die Schulbehörde die Schulen mit Integrationsklassen auf die veränderte Rechtslage hingewiesen hat.

1 Gedanke zu „SPD erhöht Druck auf Dinges-Dierig“

  1. Sehr geehter Herr Buss,
    als Elternteil unseres Schulkindes als Integrationskind hörten wir erst gestern von der neusten Umsetzungsvorgabe der Behörde. In den dritten und vierten Klassen mußte dieses Vorgehen bereits eingeführt werden. Derzeit versuchen wir (Ich bin Elternsprecher) eine zunächst Schulinterne weitere Aufklärung und möglichst Geschlossenheit aufzubauen. In weiterer Perspektive wäre sicherlich eine Vernetzung aller Hamburger Intergrationsklassen sinnvoll. Wie ihre kleine Anfrage an den Senat ein Interesse ihrerseits bekundet, wäre vielleicht eine Kontaktaufnahme sinnvoll. Mit freundlichen Grüßen F. Hense

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