SPD: Asklepios verhält sich skandalös

Der Senat soll als Miteigentümer der Hamburger Asklepios-Kliniken die Streikbrecher-Machenschaften des Konzern stoppen, fordert ver.di-Chef Abel. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: „Gekaufte Streikbrecher bei Asklepios sind ein Skandal“, erklärte die regierende SPD-Fraktion.

Seit rund sechs Wochen wird an der Asklepios Nordseeklinik in Westerland auf Sylt immer wieder gestreikt. Die Beschäftigten fordern den Abschluss eines Tarifvertrages und eine Lohnerhöhung, die sie auf ein in dieser Branche gängiges Lohnniveau brächte. Auf diese Forderungen geht Asklepios jedoch bis heute nicht ein, droht hingegen gar mit Schließung der Rehaklinik.

„Um den legalen Arbeitskampf der Beschäftigten zu unterlaufen, ermutigt Asklepios nun auch noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hamburg und Niedersachsen als Streikbrecher zu fungieren. Das ist ein Skandal!“, so der stellvertretende SPD-Fraktionsvize und Fachsprecher Gesundheit Martin Schäfer. Tatsächlich lockt Asklepios Angestellte mit Prämien nach Sylt: Fahrt, Kost und Logis sind frei. Hinzukommend gibt es für jeden Arbeitstag auf Sylt 200 Euro brutto Mehrverdienst.

Angeheizt wird der Konflikt zwischen Beschäftigten und dem Krankenhauskonzern zudem durch Pläne der Asklepios Nordseeklinik, künftig Dienstleistungen im Bereich Küche, Service, Hauswirtschaft, Pforte und Lager an die Asklepios Services Hamburg GmbH (ASH) zu übertragen. Durch diese Ausgliederungen seien, laut Asklepios, Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsverbesserungen möglich. „Solche Ausgliederungen in eigene Tochterunternehmen sind gängige Praxis bei Asklepios“, so Jens-Peter Schwieger, Fachsprecher Arbeit der SPD-Fraktion. „Bei der ASH handelt es sich mal wieder um eine Leiharbeitsfirma. Entsprechend werden die Beschäftigten nach dem wesentlich schlechteren IGZ-Tarif für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter bezahlt.“

Schäfer abschließend: „Die Folgen werden auch hier die Patientinnen und Patienten zu tragen haben. Dem betriebswirtschaftlichen Ergebnis werden wieder einmal die Erfordernisse für gute Pflege untergeordnet.“

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