Sozialpartner gehen Übernahme und Flüchtlingshilfe an

In der norddeutschen Chemieindustrie sind 2015 deutlich mehr Ausbildungsplätze besetzt worden als noch im Vorjahr: 929 von insgesamt 973 angebotenen Plätzen. Damit hat sich die Zahl der unbesetzten Plätze halbiert, stellten Vertreter des Arbeitgeberverbands Chemie Nord und des IG-BCE-Landesbezirks Nord beim „Runden Tisch für Arbeitsmarktfragen“ am 16. November in Hannover zufrieden fest. Die Übernahmequote allerdings blieb mit 28 Prozent unverändert niedrig, kritisierte IG-BCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker.

Ursachen und Ansätze zur Verbesserung der Quote soll bis 2016 eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe ergründen. Zu Themen gemeinsamer Veranstaltungen wollen die Sozialpartner im Norden 2016 betriebliches Gesundheitsmanagement, Veränderungen durch Industrie 4.0 und die Möglichkeiten von Arbeitgebern und Betriebsräten zur Flüchtlingshilfe machen.

Unter welchen Voraussetzungen Flüchtlinge in betriebliche Ausbildung oder Praktika aufgenommen werden können, erläuterten Ulrich Christ und Regina Kistner von der Regionaldirektion Bremen-Niedersachsen der Agentur für Arbeit. Schutzbedürftige Flüchtlinge dürften gleich nach der Einreise arbeiten, die meisten anderen bekämen eine Erlaubnis von der Ausländerbehörde erst nach drei Monaten, so Christ. Für 2016 planten Jobcenter, Ausländerbehörden und die Agentur für Arbeit „Integrationspunkte“ mit gemeinsamen Ansprechpartnern. Christ: „Wir begreifen uns als Teil der Willkommenskultur“

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