Solidaritätsstreik am Hamburger Flughafen

Auch Bodenverkehrsdienste legen Arbeit nieder

Am heutigen Montag hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienstgesellschaften des Hamburger Flughafens Groundstars, Stars und Cats zu einem Solidaritätsstreik für die Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe aufgerufen. Trotz hoher Befristungsquote sind zahlreiche Beschäftigte der Früh- und Spätschicht dem Aufruf seit 04.00 Uhr gefolgt.

Die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste sorgen jeden Tag für die ordnungsgemäße Be- und Entladung der Flugzeuge und dafür, dass die Flugzeuge gereinigt werden und die Passagiere rechtzeitig zu ihrem Flieger gelangen. Sie leisten als 100% -ige Tochtergesellschaften des Hamburger Flughafens jeden Tag einen entscheidenden Beitrag zu den Millionengewinnen, die jährlich in die städtischen Kassen gespült werden.

In den vergangenen zehn Jahren ist das Passagieraufkommen um rund 27% gestiegen, während die Beschäftigtenzahl im selben Zeitraum um weniger als 6% wuchs.

Der Lohn der Beschäftigten ist niedrig. Gerademal 8,67 € Stundenlohn erhält ein neueingestellter Lader. Das ist im bundesdeutschen Vergleich die Untergrenze. Viele sind gezwungen an Ihren freien Tagen zur Arbeit zu kommen, um sich ein paar Euro dazuzuverdienen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Drittel der Beschäftigten in Zwangsteilzeit arbeitet. Gemeint sind damit sogenannte flexibilisierte Effektivstundenverträge, die gerade mal 80 Stunden im Stunden im Monat zusichern. Alle weiteren Arbeitsstunden hängen von Auftragslage und Wohlwollen des Arbeitgebers ab.

In den parallel laufenden Tarifverhandlungen der Bodenverkehrsdienste über eine Ergebnisbeteiligung und die jährliche Tarifsteigerung zwischen 1 und 2,25% legte der Arbeitgeber bisher kein Angebot vor. Offizieller Grund dafür sind zusätzliche Pensionsrückstellungen für Altbeschäftigte und ein ungewisser Ausgang der Tarifrunde im Wach- und Sicherheitsgewerbe.

Doch die Kolleginnen und Kollegen bei den Bodenverkehrsdienstgesellschaften wollen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen und setzen ein klares Zeichen: Die Flughafenbeschäftigten halten zusammen!

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