Vielversprechende Debüts:
Shani Katayan liest aus „Augen in Teheran“ – Drei Schwestern zwischen Iran und Deutschland –
(U. Helmer Verlag)
Montag, 15. Dezember 08, 20.00 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38
Jasmin wächst im Iran des Schahs Reza Pahlavi auf, dessen „Weiße Revolution“ das Land in die Moderne führen soll. Doch ihr Vater, ein Schah-Anhänger, zwingt Jasmins ältere Schwester zur Heirat. Jasmin entwickelt ein starkes Gefühl für die Lage der Frauen und kämpft für ihre Rechte. Sie hinterfragt die Traditionen, die Auslegungen des Koran, die Feudalherrschaft des Schahs und wird schließlich zur Untergrundkämpferin. Als Ajatollah Khomeini aus dem Exil zurückkehrt, kämpft sie weiter … Ihre Schwester Shirin zerbricht inzwischen mehr und mehr an ihrer Zwangsehe. Und Mariam, die jüngste von ihnen, kämpft verzweifelt mit den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft. Die Liebe zu einem deutschen Kameramann, in dessen Kultur und Intellekt sie ihr ganzes Vertrauen setzt, führt Jasmin schließlich nach Europa … wo sich die Schwestern wiedertreffen. „Sehr genau bekommt der Leser den Alltag in Familie und Gesellschaft geschildert, sorgfältig sind Schlüsselmomente ausgesucht, sacht, fast leise umschrieben. So leise, dass man meint, die Beengung zu spüren, die Diskrepanz zwischen der Verbundenheit und Liebe zur Familie und der Ungerechtigkeit im Rollenverständnis. Mutig kämpft Jasmin für sich und ihre Schwestern, bis ihre Liebe zu einem deutschen Mann sie von der Heimat trennt. Eine Veränderung, von der sie sich Freiheit erhofft. Ein Buch, das ohne Folklore auskommt und gerade deshalb Eindruck hinterlässt.“ (Hamburger Abendblatt)
Shani Katayan wurde im Iran geboren und ist dort aufgewachsen. Sie studierte in Teheran persische Literatur und in Hamburg Orientalistik. „Augen in Teheran“ ist ihr erster Roman. Viele Jahre war sie mit einem deutschen Journalisten verheiratet. Sie hat zwei Kinder und lebt in Hamburg.
Jana Halamickova moderiert