0.00 Uhr. So lautete der Sendeplatz für die 45minütige NDR-Dokumentation „Schuften bis zum Schluss – Wenn die Rente nicht reicht“ über Altersarmut und Arbeitnehmer der Generation 70 +. Den Programmchefs war mal wieder leichtere Kost wichtiger…
Themen der Arbeitswelt haben es nach Ansicht von Hamburgs ver.di-Landeschef Wolfgang Rose immer schwerer, auf attraktive Sendeplätze im Fernsehen zu kommen: „Es dominieren Serien, Doku-Soaps, Talk und Schaumschlägerei in immer absurderen Showformaten, aber das Leben und den Alltag vieler Menschen spiegelt der Fernsehschirm zu selten wider. Wenn etwa heute im NDR die Ausstrahlung der 45minütigen Doku-mentation „Schuften bis zum Schluss – Wenn die Rente nicht reicht“ über Altersarmut und Arbeitnehmer der Generation 70 + erst um Mitternacht beginnt, dann muss man sich fragen, an welche Zuschauer sich das wenden soll. Die meisten Menschen sind dann schon im Bett.
Auch Lebenswirklichkeit und Arbeitswelt können filmisch attraktiv dargeboten werden – gerade im Dienstleistungssektor gibt es dramatische Veränderungen der Arbeitsbedingungen. Ich wün-sche mir, dass informative, aufklärerische und gesellschaftskritische Sendungen auch um 20.15 Uhr ihre Chance bekommen.“
Rose wies auf den Erfolg der Reihe „Markencheck“ in der ARD hin, in der bekannte Unternehmen wie H&M, Lidl, McDonald`s oder Media Markt auf den Prüfstand gestellt werden – mit beachtlichen Einschaltquoten: „Themen der Arbeitswelt müssen überhaupt nicht staubtrocken sein. Es gibt genügend kreative Redakteure und Filmemacher, die faszinierende Zugänge zum wahren Leben finden können. Sie verdienen ihre Chance, gerade in den öffentlich-rechtlichen Sendern.“
Der NDR veröffentlichte unterdessen die Einschaltquoten. Während um 20.15 Uhr knapp eine halbe Million Zuschauer einschalteten, waren es um Mitternacht, als „Schuften bis zum Schluss“ begann, gerade noch 90.000.