Senat spart Bewährungshelfer

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat den CDU-Senat zu einer deutlichen Stärkung der Hamburger Bewährungshilfe aufgefordert. Laut Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage (Drs. 18/7113) des innenpolitischen Sprechers der Fraktion, Andreas Dressel, sind von knapp 40 Bewährungshelfer-Stellen im Jahre 2001 nur noch gut 31 verblieben. Gleichzeitig stieg die Zahl der Probanden deutlich an – von 3.182 auf 3.728.

„Für die Wiedereingliederung Verurteilter in ein straffreies Leben ist die Bewährungshilfe von enormer Bedeutung. Mit einer so schlechten personellen Ausstattung tritt der Senat den Opferschutzgedanken mit Füßen“, so Dressel.

Wenn dem Senat die Vermeidung von Rückfallkriminalität so wichtig sei wie behauptet, dann müsse er diesen Bereich deutlich stärken, forderte Dressel. „Andernfalls bleibt der Opferschutz für den CDU-Senat nur ein folgenloses Lippenbekenntnis.“

Auch wenn der Senat keine genauen Daten nenne, nehme Hamburg im Länder- und Städtevergleich eine traurige Spitzenposition in der Betreuungsrelation ein. Auf 120 Haftentlassene und auf Bewährung Verurteilte kommt in der Hansestadt zurzeit ein Bewährungshelfer. Im Jahr 2001 lag die Durchschnittsbelastung eines Bewährungshelfers noch bei 81 Probanden. „Das alles zeigt: Hier herrscht dringender Handlungsbedarf“, sagte Dressel. „Ausreichend Bewährungshelfer sind die Voraussetzung für eine gelungene Integration in ein straffreies und selbstbestimmtes Leben.“

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