Senat lehnt Kulturzentrum in Wandsbek ab

Eigentlich wollten die Mitglieder der Initiative Bürgerhaus Wandsbek gerade letzte Details für die Gründung des neuen Trägervereins besprechen, da kam die schockierende Nachricht: Die Kulturbehörde ist nicht bereit, sich für die notwendigen Betriebsmittel in den folgenden Haushaltsplanungen einzusetzen.

„Wir hatten befürchtet, dass es nicht einfach wird. Aber diese deutliche Absage, die nicht die geringsten Bemühungen für unser Kulturzentrum erkennen lässt, ist ein Schlag ins Gesicht aller, die sich seit Monaten in Wandsbek engagieren, und auch der Parteien in der Bezirksversammlung, die sich einstimmig für die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel
ausgesprochen haben“, beklagt sich Rainer Schünemann, Sprecher der Initiative.

Eine konkrete Summe war bisher noch nicht gefordert worden. Die Kosten werden auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt.

Die Mitglieder hoffen nun, dass gerade die Wandsbeker CDU-Abgeordneten ihren Einfluss geltend machen und sich in der Bürgerschaft und beim Senat für ein neues Bürgerhaus als Kultur- und Kommunikationszentrum in Wandsbek einsetzen.

Die Stellungnahme der Kulturbehörde zu dem Beschluss der Bezirksversammlung, entsprechende Betriebsmittel im Haushalt 2009/2010 einzuplanen, verweist auf die bisher an das alte Bürgerhaus geflossenen 26.000 Euro. Das alte Bürgerhaus war Ende 2006 geschlossen und für ca. 4,4 Millionen Euro von der Stadt verkauft worden.

„Wie aber soll denn ein Bürgerhaus betrieben werden, wenn gar kein Raum zur Verfügung steht?“ fragt Schünemann und meint: „Die Mittel für Mieten sind nun zusätzlich notwendig, nachdem der Senat durch den Verkauf 4,4 Millionen Euro an Vermögenswerten aus dem Stadtteil abgezogen hat. Darauf hat Wandsbek einen Anspruch, wenn es Teil der so genannten wachsenden Stadt bleiben soll!“

Bei einem Aktionstag im EKZ Quarree hatten sich im September spontan 300 Anwohnerinnen und Anwohner mit ihrer Unterschrift dafür ausgesprochen, dass das Wandsbeker Kerngebiet auch über den Standard der alten Einrichtung hinaus dringend ein Kultur- und Kommunikationszentrum mit Generationen übergreifenden Angeboten braucht.

„Wir erhalten schon jetzt von allen Seiten in Wandsbek größte Unterstützung, von den Bewohnern genauso wie vom Bürgerverein oder dem Einzelhandel. Wir werden weiter mobilisieren und dafür kämpfen, dass Wandsbek nicht verödet, sondern ein Zentrum erhält, in dem sich seine Bewohner wohl fühlen und auch die Chance haben, kulturelle, soziale und integrierende Angebote zu nutzen und sich einzubringen“, kündigt Schünemann an.

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