Senat lässt Altbewerber im Stich

Der SPD-Wirtschaftsexperte Ingo Egloff hat den Beschluss des Bundeskabinetts zur Einführung eines Ausbildungsbonus für die so genannten Altbewerber begrüßt. „Der Hamburger Senat hat dieses drängende Problem jahrelang verschlafen. Tausende Hamburger Jugendliche warten auf eine Perspektive. Diesen jungen Leuten hat der Senat viel zu lange die kalte Schulter gezeigt“, sagte Egloff.

Ziel der heutigen Entscheidung in Berlin ist es, rund 100.000 zusätzliche Lehrstellen für Schulabgänger zu schaffen, die schon länger als zwei Jahre vergeblich nach einem Ausbildungsplatz suchen. Unternehmer, die diese Jugendlichen beschäftigen, sollen pro
Einstellung einen Zuschuss von 4000 bis 6000 Euro erhalten, sofern sie für den Bewerber eine zusätzliche Lehrstelle schaffen.

Egloff betonte, auch in Hamburg fehlten Ausbildungsplätze. Nur rund 16 Prozent aller Hamburger Unternehmen bildeten aus, obwohl 40 Prozent dazu in der Lage wären. Zudem seien im Jahr 2006 erstmals über 50 Prozent der Hamburger Ausbildungsplätze an Jugendliche aus anderen Bundesländern vergeben worden.

„Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich ein kompletter Jahrgang Hamburger Schulabgänger angesammelt, die auf einen Ausbildungsplatz warten. Um diese so genannten Altbewerber hat sich der Senat nie gekümmert. Das ist eine Tatsache, über die der Senat in Zeiten des Bilanzziehens gern hinweggeht.“

Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz habe in Hamburg nur, wer volljährig und deutsch ist und über das Abitur verfügt. Besonders schwer bei der Ausbildungsplatzsuche haben es Jugendliche mit Migrationshintergrund, Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss.

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