Schwerbehindertenvertretungen stärken

Zahlreiche Verbände und Organisationen aus Hamburg machen sich für eine Stärkung der Schwerbehindertenvertretungen in Unternehmen stark.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie:
1. Verbesserte Freistellungs-, Vertretungs- und Schulungsansprüche
2. Sicherstellung der Information und Anhörung der SBV
3. Verbindlichkeit von Integrationsvereinbarungen
4. Erhöhung der Ausgleichsabgabe
5. Übergangsmandat

„Die Schwerbehindertenvertretung (SBV) ist im Unternehmen Experte zu Fragen der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen und von Behinderung bedrohter Menschen, für die Ausgestaltung von barrierefreien Arbeitsplätzen, die Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter und die Zusammenarbeit mit Behörden und Leistungsträgern. Sie ist für die Beschäftigten und für die Unternehmen von großem Nutzen. Die Tätigkeit der SBV erfordert breites Wissen und aufgrund des demografischen Wandels und eines gewachsenen Aufgabenspektrums zunehmend einen hohen Zeitaufwand. Vor diesem Hintergrund ist die Reform des Schwer-behindertenrechts dringend notwendig.“, heißt es in der Erklärung.

Unterzeichnerinnen der Erklärung sind:
Inklusionsbüro der Freien und Hansestadt Hamburg, Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW), Sozialverband Deutschland (SoVD), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA), Dietrich Magunia (SBV des Hamburger Öffentlichen Dienst), Jens Nöbel (SBV der Hamburger Wirtschaft), DGB Hamburg.

Laut Agentur für Arbeit beschäftigen Hamburger Unternehmen zu wenige Menschen mit Behinderung. Nach gesetzlichen Vorgaben wären 4.400 Unternehmen mit 20 und mehr Arbeitsplätzen dazu verpflichtet, über 35.700 Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. 10.800 seien jedoch frei geblieben, so dass die Beschäftigungsquote für Hamburg mit 4,1 Prozent im Bundesländervergleich unterdurchschnittlich ausfiele. Durch eine Stärkung der SBV – insbesondere durch die Erhöhung der Ausgleichsabgabe – würde sich die Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung deutlich bessern, zeigen sich die Unterzeichner/innen der Erklärung überzeugt. In einem Brief an Arbeitsministerin Andrea Nahles schreibt Hamburgs DGB Vorsitzende Katja Karger: „Ich denke, dass Information und Aufklärung notwendig sind, diese allein jedoch nicht ausreichen. Um mehr Türen zu öffnen, halten alle Unterzeichnenden es für unumgänglich, die Beiträge zur Ausgleichsabgabe deutlich zu erhöhen.“

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