Nur 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die mit Real- oder Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss die Schule verlassen, finden direkt im Anschluss an die Schule einen Ausbildungsplatz. Die Schulbhörde will den Übergang Schule – Beruf erleichtern.
Die Schulbehörde will die Berufsorientierung an den allgemeinen Schulen stärken. Insbesondere an den Stadtteilschulen soll ein verbindliches Konzept eingeführt werden. Anlass dafür sind die problematischen Ergebnisse einer Studie. Danach finden nur 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die mit Real- oder Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss die Schule verlassen, direkt im Anschluss an die Schule einen Ausbildungsplatz.
Behördensprecher Peter Albrecht: „Senat und Schulbehörde planen deshalb zahlreiche Maßnahmen, um den Übergang in den Beruf zu verbessern. Dazu gehört auch eine verbindliche Berufs- und Studienorientierung an den Stadtteilschulen. Sie soll dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler ein klareres Bild von ihren Wünschen und Interessen, ihren Stärken und Schwächen, von ihren beruflichen Neigungen aber auch von der Berufswelt sowie von Bewerbungsverfahren und Beratungsmöglichkeiten gewinnen. Schon jetzt bieten viele Schulen eine gute Berufsorientierung. Das neue Konzept soll diese Erfahrungen aufgreifen und darauf abzielen, ein Konzept zu entwickeln und in allen Schulen verbindlich zu verankern.“ Zurzeit arbeiten Behördenvertreter und Schulleitungen an zahlreichen Vorschlägen. Sie sollen in den nächsten Wochen zu einem fertigen Konzept zusammengeführt werden. Bis dahin müssen noch eine Reihe von offenen Fragen zu Art und Umfang der Berufspraktika, Bildungsinhalten, Personal- und Organisationsfragen geklärt werden.
Dabei sind folgende Punkte ausschlaggebend:
1. Statt der bisherigen Projektarbeit einzelner Schulen soll die Berufsorientierung künftig in allen Stadtteilschulen verbindlich im Stundenplan verankert werden.
2. Künftig sollen in Klasse 9 zwei statt bisher ein Berufspraktikum erfolgen. Im Gegenzug wird das Berufspraktikum in Klasse 8 gestrichen. Die Schulen haben die Möglichkeit, entweder zwei Blockpraktika oder wöchentlich feste Praxislerntage einzuführen. Der genaue Umfang der berufspraktischen Arbeit wird noch geregelt.
3. Wer nach Klasse 10 die Schule verlassen möchte, soll auch in Klasse 10 ein Berufspraktikum absolvieren. Für die anderen Schülerinnen und Schüler werden Berufspraktika, Studienorientierung oder Unterricht angeboten. Details dazu werden noch geklärt.
4. Vor- und Nachbereitung des beruflichen Praktikums werden mit fester Stundenausstattung im Stundenplan verankert.
5. Bestimmte Unterrichtsinhalte wie beispielsweise Bewerbungstraining sollen verbindlich im Unterricht gesichert werden.
6. An den Stadtteilschule arbeiten künftig auch Lehrerinnen und Lehrer aus den Berufsschulen im Bereich der Berufsorientierung mit.
7. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der neu gegründeten Jugendberufsagenturen kümmert sich die Schule darum, dass alle Schülerinnen und Schüler eine Anschlussperspektive haben und niemand nach der Schule verloren geht.
8. Die bisherige Mindeststundenzahl in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch soll beibehalten werden.
Behördensprecher Peter Albrecht: „Zurzeit werden entsprechende Eckpunkte mit den Schulen abgestimmt. Für uns ist entscheidend, dass wir die guten Erfahrungen einzelner Schulen jetzt zu einem klaren und verbindlichen Konzept für alle Schulen entwickeln. Die Berufsorientierung soll im kommenden Schuljahr Schritt für Schritt umgesetzt werden. Im Schuljahr 2014 soll die Berufsorientierung dann an allen Schulen verbindlich umgesetzt werden.“