Schulbehörde muss nachsitzen

In der Bürgerschaftsdebatte über einen SPD-Antrag zur Raumplanung in Ganztagsschulen hat die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Britta Ernst dem Senat eine unsachgemäße Umsetzung des Ganztagsschulprogramms der Bundesregierung vorgeworfen.

„Zuerst ging es nicht schnell genug, die Bundesmittel in Hamburg zu haben. Doch die verbale Ungeduld wurde nicht begleitet durch eine pädagogisch-konzeptionelle Begleitung dieser gravierenden Veränderung des Hamburger Bildungswesens. Dieses Manko begleitet das Ganztagsschulenprogramm bis heute“, bedauerte Ernst. Es fehle vor allem ein Raumprogramm, das den Rahmenbedingungen von Ganztagsschulen gerecht wird.

Die Schulbehörde habe eine Reihe konzeptioneller Fehler gemacht. So habe sie sich spät und wenig mit Kooperationspartnern außerhalb der Schulen auseinandergesetzt, die Kindern mehr Angebote an Sport und Musik an den Schulen bieten könnten.

„Das Ergebnis: Eltern klagen über eine Überlastung ihrer Kinder, Kinder werden von der Jugendmusikschule abgemeldet, beenden ihre sportlichen Aktivitäten, weil ihnen die Zeit für dieses Engagement fehlt“, sagte Ernst. Hier zeigten sich die Folgen eines konzeptionellen Versagens auf Seiten des Senats: „Die Eigeninitiative vieler Schulen, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen, wird von der Schulbehörde nicht unterstützt.“

Insbesondere scheitere die Behörde daran, durchdachte Konzepte zu entwickeln. „Es fehlt an den Schulen etwa schlicht an Räumen. Jetzt rächt sich, dass die Mittel des Ganztagsschulprogramms fast ausschließlich für den Kantinenbau verwandt worden sind“, bemängelte die SPD-Schulpolitikerin. Erschwerend komme hinzu, dass die Behörde die Mittel des Bundesprogramms schwerpunktmäßig in die Gymnasien investiert habe.

Auf die besonderen Raumansprüche einer Ganztagsschule sei man hingegen nicht eingegangen. Das führe zu negativen Folgen sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte: „Wenn die – anders als früher – den ganzen Tag in der Schule sind, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Dazu gehören auch angemessene Arbeitszimmer.“

Die Schulen, die all dies dringend brauchen, würden zu „Bittstellern einer undurchsichtigen Schulbürokratie“, sagte Ernst. Das sei nicht akzeptabel, verlangten die Schulen doch lediglich die Arbeitsbedingungen, die mit dem Ganztagsschulprogramm auf den Weg gebracht wurden: „mehr Raum für Kinder und Jugendliche, mehr Raum für eine gute Pädagogik. Die Schulbehörde muss nachsitzen. Sie sollten Konsequenzen aus dem Raumbedarf der Schulen ziehen und unseren Antrag annehmen“, appellierte Ernst an die CDU.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.