Schul-Stress: CDU hat Karre in den Dreck gefahren

Die Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion Christa Goetsch wirft der CDU vor, sich in der Diskussion um die Überlastung der Gymnasiasten aus der Verantwortung zu stehlen. „Der CDU-Senat hat den Karren sehenden Auges tief in den Dreck gefahren und zeigt jetzt anklagend auf die Kultusministerkonferenz. Dabei ist er selbst dafür verantwortlich, dass die Schülerinnen und Schüler unter dem vielen Unterreicht und den verschärften Anforderungen leiden.“

In den Planungen für das Zwei-Säulen-Modell hat die Schulsenatorin erst vor zwei Wochen deutlich gemacht , dass sie den Gymnasien auf Dauer vorgeben will, ihre Schülerinnen und Schüler unter starkem Druck lernen zu lassen: „Für die CDU sollen die Gymnasien die „harte Nummer“ spielen: Große Klassen, durchschnittlich 34 Stunden Unterricht – und wer nicht mitkommt fliegt raus. Die Schülerinnen und Schüler sind die Leidtragenden!“, sagt Goetsch. Die aktuellen Eckpunkte (Punkte 7. und 9.) für die Zwei-Säulen-Schule vom 15. Januar 2008 nennen die für die Gymnasien geplanten harten Bedingungen.

Schon vor der Einführung des Abitur nach acht Jahren war bekannt, wie viele Unterrichtstunden auf die Kinder zukommen würden. Die CDU hat sich bewusst dafür entschieden, statt vor der Einführung bei der KMK um bessere Rahmenbedingungen zu kämpfen. Heute leidet eine ganze Schülergeneration unter diesem Versagen. Da die KMK-Vereinbarungen zu den Unterrichtsstunden kurzfristig nicht zu ändern sind, muss wenigstens der Pflichtstoff spürbar verringert und entschlackt werden. Nur so kann der Druck vermindert werden. Hier hat die CDU-Senatorin bisher versagt, obwohl die Elternkammer schon 2003 vor einer weiteren Umsetzung warnte und im Sommer 2006 erneut ein Aufschrei der Eltern durch die Medien ging.

Eine wirklich gute Lösung gibt es für die Gymnasien nur im Doppelpack: Die Schulen müssen Ganztagschulen werden und ihren Unterricht flexibel gestalten können. Die Schülerinnen und Schüler brauchen einen klugen Rhythmus aus Lernen, Bewegung und Entspannung. Gleichzeitig muss man auf KMK-Ebenen dafür sorgen, dass es eine weitere Flexibilisierung für die Stundpläne gibt. Es ist sinnvoller, sich endlich darauf zu einigen, welche Kompetenzen Schüler nach 9, 12 oder 13 Jahren beherrschen sollen – und nicht wie viel Stunden Deutsch oder Mathematik sie bekommen. „Wo ist denn die große Koalition der SPD- und CDU-Bildungsminister der Länder, die den Mut und die Kraft für eine solche Reform haben“, fragt Goetsch. Erfolgreiche Schulen, wie die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, die Gesamtschule Winterhude oder die Neue Max-Brauer-Schule machen das längst vor – allerdings nur als Schulversuch.

Die GAL will die Gymnasien und ihre Schülerinnen und Schüler nicht links liegen lassen, sondern sie weiterentwickeln – wie alle anderen Schulen auch. Neben einer Entlastung beim Abitur nach acht Jahren sollen die Gymnasien nicht mehr durchschnittlich 1/3 ihrer Schülerinnen und Schüler aussortieren müssen. Dafür sollen auch sie eine bessere Ausstattung und die Lehrerinnen und Lehrer bessere Fortbildung für neue Unterrichtsformen und die individuelle Förderung bekommen.

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