Scholz gedenkt Opfer von Krieg und Verfolgung

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hat in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung der Konzentrationslager der Opfer von Krieg und Verfolgung gedacht.

Laut Scholz galt Neuengamme bis in die 1970er/1980er Jahre als „vergessenes KZ“ und er fragte: „Wie konnte dieser Ort aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden? Warum war dieser Ort vergleichsweise unbekannt, obwohl Neuengamme mit mehr als 80 Außenlagern und 100.000 Häftlingen eines der großen Konzentrationslager auf deutschem Boden war? Die Zahl der Todesopfer unter den an diesem Ort registrierten Häftlingen war mit mindestens 42.900 nicht geringer als in anderen großen Konzentrationslagern.“

Scholz erinnerte daran, dass es vergleichsweise wenig Bilder nach der Befreiung des Lagers gab: „Bilder, wie es sie etwa aus Auschwitz, Buchenwald oder Bergen-Belsen gab. Die Macht der Bilder schafft Bewusstsein. Die Medien und ihre Mittel spielen eine wichtige, wenn nicht die zentrale Rolle bei der Vermittlung historischen Wissens. Das gilt gerade für unsere heutige Zeit. Heute ist die Befreiung 70 Jahre her. Bald werden es 80, 90 oder hundert Jahre sein. Dann kann den nachfolgenden Generationen niemand mehr aus eigenem Erleben schildern, was in der Zeit des Nationalsozialismus in Neuengamme und anderswo erlebt und erlitten, getan und unterlassen wurde.“

Die Gespräche und Treffen mit den KZ-Überlebenden seien daher wichtig für die vielen jungen Leute, die zur Gedenkveranstaltung gekommen seien. Auch aus diesem Grund stellten die Überlebenden die nach Hamburg gereist sind, sich immer wieder den eigenen, quälenden Erinnerungen und den Fragen Nachgeborener. „Damit tragen Sie dazu bei, das Schicksal der Menschen, die hier litten und starben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagte Scholz.

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