Der SPD-Sportfachmann Jürgen Schmidt hat Senat und CDU aufgefordert, die „Schnapsidee von einem Tourenwagen-Rennen in Hamburg“ endlich zu begraben. „Senat, Polizei und ADAC haben in den Ausschüssen größte Bedenken geäußert. Niemand will ein Autorennen mitten in der Stadt“, sagte Schmidt.
Senat und CDU drückten sich aber eine klare Aussage, sondern warteten darauf, dass sich das Problem mit der Neuwahl der Bürgerschaft erledige. Wie beim Thema „Baden in Alsterschuten“ oder den „Countdown-Ampeln“ erledige sich jetzt stillschweigend ein Projekt, das „mit großem Getöse angekündigt worden ist“.
Zuvor hatten Polizei und ADAC mit Hinweis auf die massiven Einschränkungen und möglichen Gefahren gegen ein Stadtrennen votiert. Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte und der Diskussion über zu viele Großveranstaltungen im Innenstadtbereich sei die CDU-Initiative skeptisch zu bewerten, ergänzte Schmidt.
Er verwies darauf, dass nach der Straßenverkehrsordnung Rennen grundsätzlich verboten sind. Eine mögliche Ausnahme könne nur für Strassen in Frage kommen, die lediglich eine geringe Verkehrsbelastung haben. Außerdem müsse eine zumutbare Umleitung für den Verkehr vorhanden sein. „Hier zeigen sich bereits die ersten Schwachstellen der CDU-Idee“, sagte Schmidt. Es seien ferner erhebliche Maßnahmen zum Schutz der Zuschauer erforderlich – „nur Strohballen und Absperrgitter wie etwa beim Triathlon reichen da nicht aus“.
Einschließlich des Auf- und Abbaus sowie des Trainings seien die Straßen der Rennstrecke mindestens fünf Tage zu sperren. „Es würde sich um Hauptstrassen handeln, denn nur auf denen könnten die Wagen hohe Geschwindigkeiten erreichen“, erläuterte Schmidt. Auch bei der Finanzierung macht der SPD-Sportfachmann Fragezeichen. So müsse die Stadt für die Durchführung eines Rennens rund eine Millionen Euro zahlen – während sie gleichzeitig die Sportvereine über die Hallengebühr zur Kasse bitte.
Ohne eine formale Entscheidung würde der entsprechende CDU-Antrag der Diskontinuität zum Opfer fallen. Er müsste nach dem 24. Februar kommenden Jahres wieder eingebracht werden – „daran hat aber nach der Vorgeschichte niemand wirklich Interesse“, sagte Schmidt.