Schlecker wird zerschlagen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Hamburg und die Beschäftigten der insolventen Drogeriekette Schlecker haben mit Wut, Entsetzen und Enttäuschung die heutige Entscheidung aufgenommen, dass das Unternehmen Schlecker stillgelegt werden soll. Jetzt soll die Politik eingreifen.

„Die Hiobsbotschaft trifft hier in Hamburg ca. 100 Frauen, die meisten um oder über 50“, sagt die für Schlecker zuständige ver.di-Sekretärin Katharina Sehne. „Von den bereits gekündigten 90 Frauen in Hamburg haben bislang nur 22 eine neue Arbeit gefunden. Angesichts der Dimension und der sozialen Folgen fordern wir und die Beschäftigten ein sofortiges entschiedenes Handeln der Politik. Andere Unternehmen müssen mit ihren Angeboten über freie Stellen mit ins Boot“, fordert Sehne.

Sollten alle denkbaren Lösungsmöglichkeiten des Insolvenzverwalters ausgelotet und erschöpft sein, so müsse die Politik den Frauen eine Chance am Arbeitsmarkt geben, die sie ihnen Ende März versagt habe.

„Die Politik, insbesondere die FDP, hatte mit ihrer Weigerung, einer Bürgschaft für eine Transfergesellschaft zuzustimmen, einer Klageflut Vorschub geleistet, die den Investorenprozess massiv behindert hat“, kritisierte die stellv. Landesleiterin Agnes Schreieder.

„Schon im März hatte sich Hamburg zu einer Bürgschaft bereit erklärt. Nun setzen wir darauf, dass sich die Politik vor Ort sofort für einen Sonderfonds bei der Agentur für alle betroffenen Schleckerverkäuferinnen stark macht. Der Sonderfonds hätte eine Wirkung wie ein verlängertes Insolvenzgeld. Er könnte die Vermittlung aller in neue und zukunftsträchtige Jobs mit Perspektive erheblich erleichtern“, so Schreieder.

Die Hamburger Beschäftigten und Betriebsräte werden am 5. Juni um 15 Uhr ins Hamburger Gewerkschaftshaus eingeladen.

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