Schlafsäcke sind jetzt keine Lösung

Wegen der extrem niedrigen Temperaturen ruft das Diakonische Werk die Bevölkerung auf, besonders wachsam auf obdachlose Menschen zu achten.

Wegen der extrem niedrigen Temperaturen ruft das Diakonische Werk Schleswig-Holstein die Bevölkerung auf, besonders wachsam auf obdachlose Menschen zu achten.

„Bei dem geringsten Verdacht, dass sich jemand nicht ausreichend gegen die Kälte schützt, sollte diese Person angesprochen und gegebenenfalls die Notrufnummer 112 oder 110 gerufen werden“, sagte Anke Schimmer vom Diakonischen Werk in Rendsburg. Besonders ab Einsetzen der Dunkelheit müsse sichergestellt sein, dass niemand die Nacht im Freien verbringt. „In den Unterkünften für Obdach- und Wohnungslose wird jeder aufgenommen, niemand muss draußen bleiben“, erklärte Schimmer. Auch tagsüber könne sich niemand über mehrere Stunden ausreichend gegen die Kälte schützen. „Aber die Unterkünfte, die es in den meisten Städten des Landes gibt, bieten auch über den Tag warme Räume und Verpflegung“, so Schimmer. Das Innen- und das Sozialministerium des Landes sowie der Landkreistag, der Städteverband und der Gemeindetag in Schleswig-Holstein schlossen sich dem Aufruf an.

Bereits im November hatte die Diakonie ihr jährliches Winternotprogramm für Obdachlose in Schleswig-Holstein gestartet, das vom Sozialministerium des Landes in jedem Jahr mit 20.000 Euro unterstützt wird. Es ist ein zusätzliches Angebot an obdachlose Menschen, die die dauerhaften Unterkünfte nicht annehmen und stattdessen lieber „Platte machen“. Für sie werden in einigen Städten von November bis Ostern extra Wohnungen angemietet, beheizte Schlafcontainer aufgestellt und vermehrt warme Kleidung und Schlafsäcke ausgegeben. Die Zahl dieser obdachlosen Menschen schätzt die Diakonie in Schleswig-Holstein auf etwa 50, neben mehreren hundert, die landesweit in den festen Unterkünften betreut werden.

Anke Schimmer: „Schlafsäcke sind jetzt keine Lösung. Ich appelliere an alle Betroffenen, die beheizten Unterkünfte aufzusuchen und jede Gefahr des Erfrierens zu vermeiden“.

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