Wo Natur drauf steht, muss auch Natur drin sein: Die Supermarktkette „Lidl“ muss irreführende Werbung für Textilien einstellen – ein Erfolg der Hamburger Verbraucherzentrale.
Lidl darf künftig Textilien aus Lyocell in der Werbung nicht mehr als Naturprodukt bezeichnen. Dazu hat sich die für den Onlinehandel zuständige Tochtergesellschaft der Lidl-Gruppe in einer Unterlassungserklärung gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg verpflichtet.
In einem Werbeprospekt und im Internet pries Lidl Matratzenauflagen, Kopfkissen und Steppbetten aus der Chemiefaser Lyocell mit dem Hinweis „Naturprodukt“ an. „Das ist irreführend. Lyocell ist keine Naturfaser. Für die Herstellung sind große Mengen an Chemikalien und Energie notwendig“, erklärt Dirk Petersen, Umweltexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Lyocell basiert zwar auf natürlicher Zellulose. Entscheidend für die Einordnung als Natur- oder Chemiefaser ist jedoch das Produktionsverfahren. Dabei wird die Zellulose verflüssigt, durch Düsen gepresst und dann zu Fasern gesponnen. Lyocell ist daher als Chemiefaser einzuordnen.
Auf der Internetseite hat Lidl die irreführende Bewerbung der Bettwaren mit dem Begriff Naturprodukt bereits eingestellt. Die gedruckten Prospekte darf das Unternehmen aber noch aufbrauchen. Die Verbraucherzentrale kündigte aber an: Sollte Lidl in Zukunft Lyocell-Textilien wieder als Naturprodukte darstellen, werden die Verbraucherschützer eine Vertragsstrafe geltend machen.