Reichtum kann man ausrechnen

Schulden-Statistiken gibt es viele: Ab sofort soll das Statistikamt jährlich auch einen Reichtumsbericht vorlegen, fordert Uwe Polkaehn, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord.

„Es reicht nicht aus, den Kommunen und Ländern immer wieder haarklein ihren Schuldenstand vorzurechnen. Die Armut der öffentlichen Kassen hat viel mit dem explodierenden privaten Reichtum zu tun, das kann man überall in Europa sehen. Deshalb ist es sinnvoll, jedes Jahr eine regionalisierte Statistik der privaten Vermögen und Einkommen für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vorzulegen. Denn dann würde man sehen, dass durch einfache Maßnahmen der Steuergerechtigkeit die Verschuldung der Städte, Kommunen und Länder gestoppt werden könnte. Eine einseitige Betrachtung der Schulden hilft uns in der Diskussion nicht weiter“, so Polkaehn.

Mit einer neuen Vermögenssteuer etwa würden die Kämmerer des Nordens neue Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe verbuchen können, so der DGB Nord. Allein in Hamburg wachse beispielweise das private Vermögen pro Minute um 24.000 Euro, im Durchschnitt habe dort jeder rund 123.000 Euro auf dem Konto. Polkaehn: „Daraus kann man schon erkennen, wie ungerecht der gesellschaftliche Reichtum verteilt ist. Die Schuldenlast der Kommunen kann nur beseitigt werden, wenn auch die Vermögenden angemessen in die Gemeinschaftskasse einzahlen. Eine seriöse Reichtumsstatistik würde dazu wertvolle Hinweise geben.“

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