Das eigene Fahrzeug überdacht und bewacht abzustellen – was für
Autofahrer seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit am Bahnhof
Bergedorf ist, gilt nun auch für Radfahrer. Denn ab Mittwoch kann dort in der neuen
Fahrradstation jeder sein Rad sicher und trocken abstellen.
Die Kombination von Rad und öffentlichem Nah- und Fernverkehr wird damit
für viele attraktiver. Radfahrer können nun beruhigt ihr liebstes und
teures Fahrzeug nehmen, um zur S-Bahn oder zum Regionalzug zu gelangen.
Die Zeiten, in denen man das alte Klapperrad – gern auch „Bahnhofsrad“
genannt – nimmt, um zum Bahnhof zu fahren, sind für die Bergedorfer
vorbei. Das ist ein Segen: wenn die Gangschaltung funktioniert und
nichts klappert, fährt der Pendler auch im Alltag gern eine längere
Strecke mit dem Rad. „Sichere Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen,
ist ein wichtiger Bestandteil der Radverkehrsförderung“, so Dirk Lau vom
ADFC Hamburg. „Die angeschlossene Fahrradwerkstatt mit Fahrradzubehör
ist das Bonbon, Service als Belohnung für den Radfahrer.“
Einen Haken aber gibt es nun leider doch noch: Während Auto-Pendler wie
selbstverständlich auf dem Park+Ride-Platz kostenfrei parken, muss der
Radfahrer für seinen Stellplatz 120 Euro im Jahr berappen. Gebühren für
Abstellplätze in Fahrradstationen mögen zwar auch in anderen Städten
durchaus üblich sein, auch dürfen Service und Qualität
selbstverständlich etwas kosten. Hier fehlt der politische Wille zu
einer konsequenten Radverkehrsförderung. Denn die Preise für das
Abstellen der Räder sind von der öffentlichen Förderung abhängig. Der
ADFC kritisiert deswegen die Höhe der Parkgebühren, die in Bergedorf für
Radfahrer fällig sind: „In anderen Städten bezahlen Radfahrer fast die
Hälfte weniger für die gleiche Leistung. Und wenn dann das Autoparkhaus
nebenan kostenlos ist, muss man sich schon fragen: Wo bleibt hier die
Gleichbehandlung der Verkehrsteilnehmer? Die Stadt Hamburg sollte
Menschen, die umweltschonend und stadtverträglich unterwegs sind, eher
unterstützen als durch ungerechte Gebührenpolitik abzustrafen.“