Die Ernährungsindustrie stimmt die Verbraucher auf Preiserhöhungen ein. „Zwischen drei und vier Prozent“ müssten die Preise in diesem Jahr steigen, sagte Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE), dem „Tagesspiegel“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin.
Solche Meldungen werden wir zukünftig jedes Jahr hören, nur die Zahlen werden andere sein.
Was knapp wird, wird teuer. Und landwirtschaftliche Nutzfläche wird zunehmend knapper:
Großteile der Bevölkerung verschiedener Schwellenländer (z.B. China) haben zunehmend mehr Geld zur Verfügung, um sich Fleisch zu leisten; bekanntermaßen benötigt die gleiche Menge Fleischnahrung mehr landwirtschaftliche Fläche als z.B. Gemüse. Darüberhinaus werden vermehrt Flächen nicht mehr für die Produzierung von Nahrungsmitteln, sondern zur Energiegewinnung (z.B. Raps) genutzt.
Eine Preiserhöhung in Höhe von 3-4 % Preiserhöhung halte ich daher nur für ein seichtes Vorbeben.
Weder Fleisch noch sonst etwas Teures esse ich, aber ich gehöre leider zu den wenigen Menschen, die außerdem sehr wenig Geld haben und dennoch aus mehreren und persönlichen Gründen nicht zu einer Tafel oder Lebensmittelausgabestelle gehen.
Alles, was ich einkaufe, hole ich in den normalen Supermärkten. Ich weiß bei vielen Produkten genau, wo sie zehn oder zwanzig Cent günstiger sind. Diese Nachricht von so einer Erhöhung von 4% löst allerdings alarmierend klingende Misstöne aus. Wie soll ich das kompensieren?
Zwar gibt es seit Anfang des neuen Jahres zehn Euro mehr Grundsicherung, aber abgesehen von den ebenfalls höheren Abbuchungen von HVV und Krankenkasse habe ich häufig auch unerwartete Kosten. Für einen Wohnberechtigungsschein muß ich 8,50 Euro Gebühr zahlen, es gibt da keine Ermäßigung. Und für eine SCHUFA-Bonitätsauskunft, die ein Vermieter sehen will, müßte ich 18 Euro zahlen. Der HVV besteht bei Fahrten außerhalb meiner üblichen Fahrtzeit auf 2,85 Euro Entgelt. Und so geht das weiter, jedes kleinere Haushaltsgerät, das ersetzt, jede Glühbirne, die angeschafft werden muß, reißen Löcher in die Beträge für die Nahrungsmittel selbst. Ich esse seit Jahren dieselben, gehe unterwegs nicht einmal etwas trinken, und doch wird es knapper als jemals zuvor. Und jetzt noch mehr?