Der schulpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Robert Heinemann, hat der SPD in einer Presseerklärung vorgeworfen, einen „Wahlbetrug“ zur Schulstruktur zu planen. Dies empört die Sozialdemokraten. Sie werfen Hamburgs CDU vor, der Diskussion in ihrer eigenen Partei um Jahre hinterher zu hinken.
SPD-Landeschef Ingo Egloff erklärt dazu:
„Das auf dem Landesparteitag beschlossene Regierungsprogramm legt fest, dass die SPD in ihrer Senatspolitik jedem Kind bessere Aufstiegschancen einräumen wird. Konkret heißt das: Die Hautschule wird abgeschafft. Es werden Stadtteilschulen gegründet, die als Ganztagsschulen konzipiert sind. Auch Gymnasien können sich an der Gründung von Stadtteilschulen beteiligen, wie alle anderen Schulformen auch. Wir werden Gymnasien nicht gegen den Willen der Eltern abschaffen. Wer wie Herr Heinemann das Problem nicht sehen will, dass 50 Prozent der Schüler ins Gymnasium gehen, aber nur 27 Prozent bis zum Ende durchgelassen werden, der hat das Problem nicht begriffen. Das deutsche Schulsystem muss auf Fördern setzen statt auf Sitzenbleiben, Abschulen und Aussortieren. Dieses Recht müssen auch die Gymnasialschüler haben. Die einzige Partei, die kürzlich zwei Gymnasien in Hamburg geschlossen hat, ist die CDU – ich erinnere an das Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek und das Gymnasium St. Georg in Horn.
Bürgermeister Naumann wird nach der Wahl dafür sorgen, dass jedes Kind mehr Aufstiegschancen erhält – an den Stadtteilschulen und am Gymnasium. Dazu gehören auch eine bessere Förderung der Schüler, motivierte Lehrkräfte, die Abschaffung von Gebührenhürden, ein Ende der CDU-Experimentiererei und eine Respektierung des Elternwillens.
Ich bin sicher, dass die Eltern der durchsichtigen Unionskampagne nicht glauben werden. Hamburger Gymnasien haben die CDU-Kampagne kritisiert. Sie musste korrigiert werden, bevor sie anfing. Einen Lügen-Wahlkampf der CDU werden wir nicht hinnehmen. Herr Heinemann sollte sich in den verbleibenden Wochen der CDU-Alleinherrschaft darum kümmern, den Schaden zu begrenzen, den Frau Dinges-Dierig an Hamburgs Schulen angerichtet hat. Er und die Hamburger CDU hinken der Bildungsdebatte in der eigenen Partei um Jahre hinterher.“