Der Arbeitskampf verschärft sich: Donnerstag kommt ver.di-Chef Frank Bsirske nach Hamburg, um den Streikenden bei PFLEGEN & WOHNEN den Rücken zu stärken.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten des größten privaten Hamburger Pflegeheimbetreibers am 8. Dezember 2011 in der Zeit von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr erneut zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Auf der Streikversammlung vor der Hauptverwaltung in der Finkenau spricht ver.di Chef Frank Bsirske zu den Streikenden.
Mit dem erneuten Warnstreik reagieren ver.di und die Beschäftigten auf die merkwürdige Situation, dass ein mit der Geschäftsführung von PFLE-GEN & WOHNEN ausverhandelter Tarifvertrag von den Gesellschaftern, Nikolai P. Burkhart, Vitanas GmbH & Co. KG aA, Berlin, und Andreas Franke, Unternehmensgruppe Hamburg, ohne stichhaltige Begründung einkassiert wird. „Das werden sich ver.di und die Beschäftigten nicht gefallen lassen. Daher sind wir froh, dass wir in dem für Hamburg und die Branche einmaligen Konflikt die Unterstützung des ver.di Vorsitzenden Frank Bsirske bekommen“, kommentiert Norbert Proske, der zuständige Betreuungssekretär, die besondere Situation.
Für ver.di gehöre es zur Betriebskultur des Unternehmens PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG, dass die Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge geregelt werden. Der Hinweis der Gesellschafter, PFLEGEN & WOHNEN sei ein privatwirtschaftliches Unternehmen, sei für ver.di keine stichhaltige Begründung, einen Tarifvertrag zu verweigern. Auch das Betriebsverfassungsgesetz betone den Vorrang des Tarifvertrages, wenn es um die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen geht.
„Dieses Königsrecht der Gewerkschaften werden wir uns nicht nehmen lassen. Deshalb fordert ver.di mit dem Warnstreik die Gesellschafter von PFLEGEN & WOHNEN nachdrücklich auf, das erreichte Verhandlungsergebnis endlich umzusetzen“, so Proske.