Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne

Die neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum präsentiert rund 80 Werke, die die singuläre Bedeutung des künstlerischen Schaffens der Künstlerin als Wegbereiterin der Moderne dokumentieren.

Auftakt der Trilogie
Die Ausstellung ist der Auftakt der „Trilogie der Moderne“ im Bucerius Kunst Forum in den Jahren 2017 und 2018. Die Malerin Paula Modersohn-Becker (1876–1907) gehörte der Generation zwischen zwei grundverschiedenen Künstlergenerationen an, den Spätimpressionisten und den Expressionisten. Modersohn-Becker malte zu einer Zeit, in der die Kunst in Deutschland mehr oder weniger eine Pause machte: Die wichtigen Sammler und Kunsthändler der Moderne sollten ihre Arbeit erst später aufnehmen. Die Ausstellung veranschaulicht anhand von rund 80 Werken die singuläre Bedeutung der früh verstorbenen Malerin, die heute als eine Wegbereiterin der Moderne gilt.

Avantgardistische Figurenmalerei
Wurde Modersohn-Beckers eigenwilliger und avantgardistischer Stil zu ihren Lebzeiten noch als irritierend empfunden, gilt er heute als revolutionär und zukunftsweisend. Geistig und topographisch lebte sie in zwei verschiedenen Welten. Nach Abschluss ihres Malstudiums zog sie in die Künstlerkolonie Worpswede, beeindruckt von deren stimmungsvollen Bildern. Hier entstanden erste Landschaftsbilder. Anders als ihre Künstlerkollegen, dachte Modersohn-Becker lange über die Komposition des Bildes nach. Erst nachdem Ausschnitt, Form und Farbe festgelegt waren, ging sie an die Staffelei.

Ihre künstlerische Freiheit fand Modersohn-Becker schließlich in Paris. Beeinflusst von den damals modernsten Malern, darunter Cézanne und Matisse, entwickelte sie ihre eigene Bildsprache. Besonders die noch nicht zuvor gesehenen Farb- und Formkonstellationen hatten es ihr angetan. 

Danach ordnete Modersohn-Becker alltägliche Motive aus ihrer Umgebung in Worpswede ihrem eigenen Modernitätsbegriff unter. Ihren Motiven, darunter Kinder und Frauen, Selbstbildnisse, Stillleben und Landschaften, entzog sie alles Heimatliche und alle schmückenden Details zugunsten einer schematisierten Formensprache. Charakteristisch hierfür sind die Portraits von Kindern, denen Modersohn-Becker jenseits ihrer Individualität eine besondere Erhabenheit verlieh. Zur Entfremdung des Vertrauten schematisierte Modersohn-Becker Gesichtszüge bis ins Maskenhafte. Damit erreichte sie in der Figurenmalerei nach Hans von Marées und Paul Gauguin eine neue avantgardistische Position.

Weitere Infos zur Ausstellung: Der Weg in die Moderne

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