Papst-Audienz: Schavans teurer Rom-Ausflug

Das haben auch Hamburgs Steuerzahler mitfinanziert: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) nahm für eine kurze persönliche Audienz beim Papst Ende März die Flugbereitschaft der Bundeswehr in Anspruch, obwohl es Linienflüge nach Rom gab, berichtet der SPIEGEL. Kosten: rund 150 000 Euro.

Wie aus den Fluglisten der Flugbereitschaft hervorgehe, sei die Ministerin am 29. März, dem Vorabend ihrer kurzen persönlichen Unterredung mit Benedikt XVI., mit drei Begleitern in einem Kleinjet der Flugbereitschaft nach Rom gereist, so die SPIEGEL-Recherchen. Am 31. März, einen Tag nach der Audienz, holte die Flugbereitschaft Schavan wieder ab und flog sie zum Flughafen Münster/Osnabrück. Dort hielt sie in der Nähe einen Vortrag. Schavan hielt sich also in Rom drei Tage lang auf. Im Anschluss an das Papst-Gespräch erklärte die Ministerin, der Papst freue sich auf Deutschland.

Nach den Richtlinien der Flugbereitschaft sind Minister nur dann berechtigt, auf die Flugbereitschaft zurückzugreifen, „wenn der Zweck der Reise bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder von Kraftfahrzeugen nicht erreicht werden kann oder wenn andere zwingende Amtsgeschäfte ohne Benutzung des Luftfahrzeugs der Flugbereitschaft nicht erledigt werden können“. Ein Sprecher Schavans sagte dem SPIEGEL, die Hin- und Rückreise der Ministerin sei aus zeitlichen Gründen mit der Flugbereitschaft erfolgt. Die Ministerin habe anders Termine in Rom und im Anschluss in Nordhorn nicht anders pünktlich erreichen können.

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