Olympia kaputt – CDU, was nun?

Die SPD-Fraktion wirft dem Senat vor, wertvolle Jahre für den Wohnungsbau in Hamburg versäumt zu haben. „Die Entwicklung des Kleinen Grasbrooks ist vom Senat jahrelang verzögert worden, weil er einseitig auf die Karte Olympia gesetzt hat“, erklärten die SPD-Abgeordneten Carola Veit und Jan Quast.

Hintergrund: Zwei Stunden, bevor der erste Bürgermeister im Alleingang die Olympiabewerbung Hamburgs beerdigte, hatte sein Stadtentwicklungssenator noch öffentlich die Bereithaltung von Flächen für das Projekt erklärt.

Im Dienstag vorgestellten „Masterplan Elbbrücken“ wird der Kleine Grasbrook weiterhin langfristig für eine Sportarena vorgesehen – Nutzungsalternativen gibt es nicht.

„Während wir für den Kleinen Grasbrook stets eine integrierte Planung für Olympia und eine spätere Wohnnutzung gefordert haben, hat die CDU einseitig auf den Event-Faktor gesetzt“, erläutert die Veddeler SPD-Abgeordnete Carola Veit.

Vor Jahren bereits habe der Bezirk Hamburg Mitte in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kleiner Grasbrook e.V.“ einen Workshop durchgeführt, um zu zeigen, welche Planungsmöglichkeiten es gibt. „ Der Entwurf sah ein Modulsystem vor, bei dem freiwerdende Flächen schrittweise bebaut werden“, erläutert die Abgeordnete. Sie bezieht sich damit auf die Vorbehalte CDU, die das Vorhaben der Wohnbebauung stets als wirtschaftsfeindlich bezeichnet hatte.

„Wesentlicher Bestandteil der vorgelegten Ideen ist die Integration vorhandener Unternehmen. Der Senat dagegen hat sich bisher jeder detaillierten Planung für den Kleinen Grasbrook verweigert. Zugegeben: Konsequentes Nichtstun schafft auch Kontinuität“, so Veit weiter.

Nun allerdings müsse der Senat Farbe bekennen, fordert die SPD-Fraktion. Nach der endgültigen Aufgabe der Olympia-Pläne stünde die Fläche wieder zur Verfügung. Das Gebiet sei perfekt für citynahes, ruhiges Wohnen am Wasser.

„Auch hier zeigt sich leider: die Zeit der Beust-Regierung war eine verlorene Zeit für Hamburgs Wohnungsbau“, so Jan Quast. Die SPD-Fraktion wird ihren bereits 2005 Antrag auf Überplanung der Fläche (Drs. 18/1606) nun erneut in der Bürgerschaft einbringen.

2 Gedanken zu „Olympia kaputt – CDU, was nun?“

  1. Was will die SPD den jetzt Olympia oder Wohnungen?
    Nach Neumann’s Video will die SPD ja wohl Olympia nicht fallen lassen. Ob die nun in 10 oder 20 Jahren kommen ist da auch egal. Nicht egal ist aber welche Flächen man dafür vor sieht. Wo will die SPD denn Olympia in Hamburg veranstalten?

    Vielleicht ist es auch gut so, das der Grasbrook noch nicht mit sozialen Wohnungsbau vollgestellt wurde, so ist der Hansestadt ein weiterer Problemstadtteil erspart geblieben. Osdorf, Steilshoop, Kirchdorf-Süd,Mümmelmannsberg und Allermöhe zeigen schon wo sowas hinführt, dieses sind ausschließlich SPD-Altlasten!

  2. Die Scheuklappe lässt grüßen, Thomas: Man kann sehr wohl an Olympia festhalten UND endlich Wohnungsbau in Innenstadtnähe vorantreiben. Schau doch einfach mal über Deinen Tellerrand und in andere Städte, die olympische Spiele ausgerichtet haben!

    Und was Osdorf, Steilshoop, Kirchdorf-Süd, Mümmelmannsberg und Allermöhe (fehlt noch: Neuwiedenthal, Sandbek, Lenzsiedlung, …) angeht: In diesen Stadtteilen leben genau die Menschen, die sich weder eine schnuckelige Altbauwohnung noch ein Häuschen in den Walddörfern oder den Elbvororten leisten können. Genau die Menschen, die Leute wie vermutlich Du am liebsten ausblenden würden. Wenn’s stimmt, dass „die SPD“ dafür gesorgt hat, dass diese Leute ordentliche Wohnungen bekommen haben, dann wäre das wohl eher ein Verdienst. Oder wie viele Kirchdorfer kannst Du bei Dir unterbringen?

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