Der Rücktritt von Franz Müntefering von seinen Ämtern als Vizekanzler und Arbeitsminister hat auch in Hamburg Betroffenheit ausgelöst. Nicht völlig überraschend: Nachfolger als Arbeitsminister wird der Hamburger Bundestagsabgeordnete Olaf Scholz.
Zum Rücktritt von Franz Müntefering als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister erklärt der Vorsitzende der Hamburger SPD, Ingo Egloff:
„Den Rücktritt von Franz Müntefering bedauere ich sehr. Ich habe Verständnis für seine Entscheidung und ich habe Respekt vor ihr. Wer Müntefering kennt, weiß, dass klare Vorstellungen immer Grundlage seines Handelns waren und sind. Das bezieht sich auch auf seinen Entschluss, jetzt für seine Frau da zu sein.
Franz Müntefering hat als Bundespolitiker Hervorragendes für unser Land geleistet. Er war früher in der rot-grünen Bundesregierung und jetzt in der Großen Koalition der Garant für soziale Gerechtigkeit und für eine fortschrittliche Politik. Zusammen mit Gerhard Schröder hatte Müntefering einen entscheidenden Anteil daran, unser Land wieder zukunftsfähig gemacht zu haben. Wir Sozialdemokraten müssen in den Ländern und im Bund diese Arbeit fortsetzen.“
Michael Naumann zum Rücktritt von Franz Müntefering:
„Den Weg der sozialen Gerechtigkeit fortsetzen“
SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann erklärt zum Rücktritt von Vizekanzler Franz Müntefering:
„Der Rücktritt von Franz Müntefering bestürzt mich. Dass er familiäre Gründe hat, müssen wir akzeptieren.
Ich habe Franz Müntefering als hoch kompetentes Kabinettsmitglied, als Generalsekretär, Fraktionsvorsitzenden und Parteivorsitzenden der SPD schätzen gelernt. Er verkörpert auf glaubwürdige und sympathische Weise den Geist der Sozialdemokratie. In parteiinternen Diskussionen vertrat er seine Standpunkte mit überzeugenden Argumenten; der Reformkurs der Regierung Gerhard Schröders hätte ohne seine kraftvolle Unterstützung nicht zum heute sichtbaren Erfolg geführt. Die SPD wird Münteferings Politik für soziale Gerechtigkeit fortsetzen.
Sein Rückzug aus dem Bundeskabinett ist für mich ein Signal nicht nur an die Union, sondern auch an die Wählerinnen und Wähler: Eine Bundeskanzlerin, die sich der gerechten Forderung nach der Einführung von Mindestlöhnen widersetzt, hat die unerträgliche Lage für Millionen von Arbeitnehmern nicht verstanden. Der Rückzug Münteferings ist für die SPD Verpflichtung, weiterhin engagiert gegen die soziale Spaltung der Gesellschaft einzutreten.“