Ohne Pass bist du nichts

Sie sind in Deutschland geboren, viele leben schon in der dritten Generation hier, aber dennoch sind sie nur „Geduldete“. Sie haben kein Recht, hier zu bleiben. Menschen ohne Pass, ohne Identität. Das Schicksal der Heinrich-Hertz-Schülerin Melania bewegt Hamburg. Wer den WDR empfangen kann, erfährt mehr über sie und andere:

Menschen ohne Pass, „Geduldete“, haben es schwer: Ihre Kinder dürfen zwar zur Schule gehen, aber arbeiten dürfen sie nur mit besonderer Erlaubnis. Das Bundesland oder den Landkreis, in dem sie leben, dürfen sie nicht verlassen. Und dann noch die Angst vor der Abschiebung – eine Reportage zeigt die Nöte hautnah: „Ohne Pass bist du nichts“ heißt der Film von Jürgen Kura – Montag, 26. November 2012, 22.00 – 22.45 Uhr im WDR-Fernsehen.

Melania hofft auf ein Bleiberecht. Sie möchte ihr Abitur machen.

Es gibt keinen Führerschein für sie, keine standesamtliche Heirat, keine Geburtsurkunde, keinen Vertrag, keinen Sprachkurs. Ihre Eltern oder sogar Großeltern flohen aus dem Libanon, aus Armenien oder aus Syrien, und sie sind immer noch von der Abschiebung bedroht. Eine Abschiebung in Länder, die sie nie gesehen haben. An die 90.000 offiziell registrierte Geduldete gibt es in Deutschland. Schätzungen gehen von bis zu 300.000 Illegalen aus, die mitten unter uns leben.

Auch Yahia ist geduldet. Für seinen Sohn hofft er aber auf einen Pass.

die story begleitet drei Geduldete, die sich trotz vieler Ängste vor die Kamera wagen: Melania, die mit ihrer Familie von der Abschiebung bedroht ist, Iman, die den Traum hat, ihr Abitur zu machen und ein gutes Leben zu führen, und Yahia, der sich vieles in seiner Jugend verbaut hat. Der Film zeigt, wie das deutsche Ausländerrecht Integration eher verhindert als fördert. Und er zeigt, wie jahrelang mit viel Geld und Aufwand versucht wurde, Menschen wieder los zu werden, die sich als Deutsche fühlen und es eigentlich auch sind.

Montag, 26. November 2012, 22.00 – 22.45 Uhr, WDR-Fernsehen

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