Offene Zweierbeziehung – Lisa Politt und Wanja Mues

WANJA MUES und LISA POLITT: „Offene Zweierbeziehung“ von Franca Rame und Dario Fo

Do., 2. (PREMIERE) bis So., 5., Mi., 8. bis So., 12. Mi., 15. bis So., 19. Feb.
20.00 Uhr

Eintritt 15,00 Euro,
ermäßigt 10,00 Euro
Freie Platzwahl!

Als Dario Fo 1997 mit dem Nobelpreis geehrt wurde, charakterisierten die Juroren ihn als einen Bühnenkünstler, „der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet“. Im Komödienklassiker „Offene Zweierbeziehung“ wirft das italienische Autorenduo Dario Fo und Franca Rame einen gnadenlos genauen Blick auf den alltäglichen Wahnsinn von Paarbeziehungen. Die tempo- und pointenreichen Dialoge springen zwischen Vorwürfen und Versöhnungsversuchen hin und her, wobei Verletzungen des anderen genussvoll in Kauf genommen werden. Vermeintliche Toleranz kippt in Sekundenschnelle in rasende Eifersucht. Denn die Großzügigkeit hat ihr Ende, sobald das eigene Herz in Gefahr gerät: Liebe hat immer auch mit Besitz zu tun – so die Kernaussage, die von Wanja Mues und Lisa Politt unter der Regie von Boris Heinrich auf Aktualität hin überprüft wird. Die Komödie „Offene Zweierbeziehung“ ist nur hintergründig als politische Satire zu verstehen, geißelt sie doch immerhin die Denk- und Empfindungsansätze in der bürgerlichen Ehe. Zielscheibe des Paares Franca Rame und Dario Fo ist der Mann, der in der Komödie nicht einmal einen Namen hat. Er geht folglich „notgedrungen“ auf die Pirsch, um seine sexuellen Begierden zu befriedigen. Antonia, seine Gattin, begeht in ihrer Verzweiflung Selbstmord – jeden Donnerstag. Zumindest versucht sie es. Als die Geschichte eskaliert, schlägt Mann ihr vor, eine offene Zweierbeziehung zu leben. Man zieht auseinander und Mann geht eifrig seiner Wege. Antonia hingegen hat mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen: Orangenhaut, den Fettpölsterchen auf den Hüften und deren mangelndem Schwung, Hängehintern und last but not least mit der Unfähigkeit, anzubandeln. Sie führen also eine moderne Ehe und bieten alles, was unter aufgeschlossen Menschen zum Arsenal eines ordentlichen Rosenkriegs gehört: unterschwellige Vorwürfe, offene Feindschaften bis hin zu Handgreiflichkeiten – und während sie treu ist, geht er fremd. Die alte Geschichte, schon wieder..? Dann nämlich begegnet ihr ein Mann der Superlative: Kernphysiker, Universitätslehrer, Nobelpreisanwärter, Rockmusiker und Poet…Aufführungsrechte: Verlag Autorenagentur, Berlin.
Regie: Boris Heinrich

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