Notübernachtungsstätte Pik As wird neugebaut

Hilfe, die ankommt: Die Notübernachtungsstätte ist eine von vielen Einrichtungen, die obdachlosen Menschen in Hamburg zur Verfügung stehen. 12,8 Millionen Euro investiert die Stadt nun, um das Pik As an seinem bewährten Standort in der Neustädter Straße 31a (Neustadt) neu zu errichten.

Für die Dauer der Bauzeit soll bereits Anfang 2021 ein Ausweichstandort bezogen werden, der derzeit noch nicht feststeht. Das neue Gebäude soll nach dreieinhalb Jahren Bauzeit in 2024 zum Einzug bereit sein.

Durch den Neubau werden zahlreiche Verbesserungen und Erweiterungen umgesetzt: Das neue Gebäude ist barrierefrei und ermöglicht eine regelhafte Belegung von 244 Betten (maximal weiterhin 330 Betten) auf einer Gesamtfläche von rund 1.800 Quadratmetern. Dazu wird ein weiteres Geschoss geschaffen. Die geplante Aufteilung auf ein Vorderhaus, in dem die Verwaltung und Einzelzimmer untergebracht sind, eine Empfangshalle und ein Hofhaus (Bettenhaus) ermöglicht die Integration wichtiger und sensibler Bereiche, die künftig getrennt von dem Hauptzugang des Gebäudes betreten werden können.

Der sogenannte „Gesundheitsflur“ für kranke Bewohner, der sechs Zimmer mit jeweils 1-2 Betten umfassen wird und das „Badeland“ für pflegerische Anwendungen. Die Räumlichkeiten umfassen die Schwerpunktpraxis für Wohnungslose mit einer Wartezone, Behandlungs- und Besprechungsraum sowie ein Bad mit WC, Waschbecken und Desinfektionsmöglichkeiten und für einen ambulanten Pflegedienst Bäder, Pflegebereiche und Lagermöglichkeiten für Materialien.

72 männliche Jungerwachsene können zukünftig in einem separat zugänglichen Teil des Vorderhauses in Doppelzimmern übernachten. Das neue Gebäude wird auch über eine Ehrenamts-Küche und einen Aufenthalts- und Speiseraum für bis zu 60 Personen verfügen.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard: „Wer in eine Notsituation geraten ist und auf der Straße lebt, hat es nicht leicht. Wir bauen das Pik As neu, damit wir obdachlosen Menschen in Hamburg so gut wie möglich helfen können. Damit es gar nicht so weit kommt, unternehmen wir etliches: In vielen hundert Fällen konnten wir im vergangenen Jahr verhindern, dass Menschen obdachlos werden – und rund 500 Obdachlosen konnten wir eine Unterkunft vermitteln. Weil aber dennoch Menschen ohne ein Dach über dem Kopf sind, haben wir in Hamburg ein breites Hilfesystem. Es gehört sich, dass wir auch für diejenigen etwas tun, die auf Hilfe angewiesen sind.“

Hintergrund: Das Pik As

Seit mehr als 100 Jahren gibt es die Notübernachtungsstätte Pik As, es handelt sich um die älteste Obdachlosenunterkunft in Deutschland und Hamburgs größte Übernachtungsstätte für obdachlose Männer ab 18 Jahren. Die Einrichtung wird durch fördern & wohnen AöR betrieben.

Das Angebot des Pik As richtet sich an alleinstehende Männer, daneben gibt es Schlafplätze für Paare sowie Männer und Frauen mit Haustieren. 330 Schlafplätze stehen in 65 Mehrbettzimmern zur Verfügung. Die Einrichtung ist rund um die Uhr geöffnet und umfasst neben den Schlafplätzen das sogenannte „Badeland“ für medizinisch-pflegerische Anwendungen und eine „Schwerpunktpraxis für wohnungs- und obdachlose Menschen“ mit Ärzten und einer Psychiaterin. Ein Team „Soziale Arbeit“ bietet professionelle soziale Beratung mit dem Ziel der Weitervermittlung in Wohnunterkünfte an.

Die Notübernachtungsstätte ist Teil des vielfältigen Hilfesystems. Alle weiteren Einrichtungen sind unter hamburg.de/obdachlosigkeit verfügbar.

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