Für die 120.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ist zum Jahreswechsel ein neues Entgeltsystem in Kraft getreten. Das Entgeltrahmenabkommen (ERA) schafft einheitliche Bedingungen bei der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten und moderne Kriterien bei der Leistungsbezahlung und der Behandlung von Belastungen am Arbeitsplatz.
ERA ersetzt bundesweit als erstes in der Metall-und Elektroindustrie ab sofort die alten Lohn- und Gehaltstarifverträge. „Mit ERA wird ein endlich modernes Entgeltsystem eingeführt und die unterschiedliche Behandlung von Arbeitern und Angestellten beendet“, sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste, heute in Hamburg. „Bei allen Schwierigkeiten bei der Umstellung, ERA ist ein historischer Durchbruch in der Tarifpolitik.“
Der Lohntarifvertrag sei aus Ende der 60er-Jahre, der Gehaltstarifvertrag von Anfang der 90er. Die Anforderungen von damals fänden heute gar nicht mehr statt. Der PC sei zum Beispiel damals die Ausnahme gewesen. Auch in der Produktion habe sich ebenfalls alles gravierend geändert. „ERA ist ein moderner Tarifvertrag für eine moderne Industrie und unterstreicht die Handlungsfähigkeit der Tarifvertragsparteien“, so Blankau.
Die Tarifvertragsparteien an der Küste hatten 2003 den „Pilotabschluss“ für die ERA-Tarifverträge vereinbart. Bis zum 31.12.2007 mußte der Umsetzungsprozeß abgeschlossen werden. Für diese Umstellung auf ERA mußten alle Beschäftigten nach den neuen Kriterien neu eingruppiert werden. Dies führte teilweise zu erheblichen innerbetrieblichen Konflikten, die dann durch verschiedene Klärungsinstrumente aufgearbeitet wurden bzw., noch werden. Eine erste Bilanz über die neuen Eingruppierungen werde man Ende des ersten Quartals 2008 vorlegen.