Denkmal am Bahnhof Dammtor erinnert an Rettung jüdischer Kinder 1938/1939 durch die Kindertransporte
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hat am Bahnhof Dammtor ein Denkmal eingeweiht, das an die Kindertransporte heraus aus Norddeutschland erinnert. Er sagte über das vollständig aus privaten Mitteln finanzierte Denkmal mit dem Titel „Der letzte Abschied“: „Dieses Geschenk wird sich als Denk- und Mahnmal in Hamburgs Erinnerungskultur einfügen. Hier am Dammtor steht der bittere Moment des Abschieds von den anderen, denen nicht oder noch nicht die Ausreise glückte, im Mittelpunkt.“
Gegenstück dazu sei laut Scholz „die Gedenkstätte am Hannoverschen Bahnhof, wo die Eltern und Angehörigen der Kinder zusammen mit unzähligen anderen Menschen jeden Alters in die Konzentrationslager deportiert wurden.“
Scholz sagte an die bei der Einweihung anwesenden Zeitzeugen gewandt: „Die Wichtigkeit der so genannten Oral History, des unmittelbaren lebensgeschichtlichen Zeugnisses wird hier ganz deutlich. Dass Sie so viel Leidenschaft dabei beweisen, Ihr Wissen und Ihre persönliche Geschichte mit den Menschen in Ihrer Heimatstadt zu teilen, erfüllt uns alle mit größtem Respekt und tiefer Dankbarkeit.“
Das Denkmal ist ein Werk des Bildhauers Frank Meisler aus Tel Aviv, der selbst als Kind von Danzig nach London mit einem Kindertransport entkommen konnte. Meisler hat seine gesamte auf dem Kontinent verbliebene Familie in der Zeit des Nationalsozialismus verloren.
Der Verein Kindertransport Organisation Deutschland e.V. hat bereits ähnliche Denkmäler in der Londoner Liverpool Street Station, am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin, am Danziger Hauptbahnhof und in Hoek van Holland zur Erinnerung an die Routen der Kinder auf ihrem Fluchtweg über Land und Meer aufstellen lassen.