Neuer Sozialmonitoring-Bericht

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hat den Bericht zum Sozialmonitoring 2016 veröffentlicht. Das anhaltende Bevölkerungswachstum in Hamburg hat dazu geführt, dass im aktuellen Bericht 847 statistische Gebiete mit mindestens 300 Einwohnern ausgewertet werden konnten (im Vergleich zu 839 Gebieten im Vorjahr). Der Anteil der Gebiete mit einem niedrigen oder sehr niedrigen sozialen Status blieb dabei gegenüber dem Vorjahresbericht konstant.

Die Zahl der Gebiete mit einem hohen sozialen Status hat dagegen im Vergleich zum Vorjahresbericht zugenommen, von 147 auf 156 Gebiete. Entsprechend stieg auch ihr Anteil an der Gesamtzahl der untersuchten Gebiete. Zahlenmäßig fast unverändert zeigt sich die Gruppe der Gebiete mit einem mittleren Status: 542 Gebiete (im Vorjahr 543) zeigen diese Ausprägung, die keine stärkere Abweichung vom Hamburger Durchschnitt signalisiert. Nahezu unverändert ist ebenfalls die Anzahl der Gebiete mit einem niedrigen und einem sehr niedrigen Status (jeweils +1 Gebiet). Auch in der langfristigen Betrachtung (2012-2016) zeigen die Ergebnisse erneut eine hohe räumliche Stabilität. Tendenzen einer zu- oder abnehmenden sozialräumlichen Polarisierung sind nach wie vor nicht erkennbar.

Besondere Aufmerksamkeit lenkt das Sozialmonitoring auf die Gebiete mit „niedrigem“ oder „sehr niedrigem“ Status. Sie sind weiterhin vor allem in Hamburgs Osten und Süden, in den Stadtteilen Osdorf und Lurup, in St. Pauli und Altona sowie in Steilshoop, Bramfeld und Dulsberg zu finden. Zum Großteil entsprechen die im Sozialmonitoring auffälligen Quartiere aktuellen oder früheren RISE-Fördergebieten. Dort ist die Integrierte Stadtteilentwicklung bereits aktiv und trägt zur Unterstützung der Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf wesentlich bei.

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Um soziale Gerechtigkeit in der Stadtentwicklung zu fördern, ist es wichtig, dass wir die soziale Entwicklung in den Stadtteilen im Blick behalten. Das seit 2012 jährlich und nun für 2016 veröffentlichte Sozialmonitoring hilft uns als eine Art ‚Frühwarnsystem‘, soziale Ungleichheiten in unserer Stadt zu erkennen. Ein wichtiges Ergebnis ist die erkennbare hohe sozialräumliche Stabilität. Gleichwohl lenkt das Sozialmonitoring den Blick auf die Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf. Die Mittel der Integrierten Stadtteilentwicklung (RISE, verfügbare Mittel 2016 rd. 21 Millionen Euro) wollen wir dort einzusetzen, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird und am effektivsten wirkt.“

Hintergrund: Sozialmonitoring im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
Das Sozialmonitoring und die dazugehörigen kleinräumigen Datengrundlagen unterstützen die Integrierte Stadtteilentwicklung seit Jahren. Sie helfen den beteiligten Akteuren bei der Aufgabe, die Situation in den Quartieren zu analysieren, bedarfsgerecht Fördergebiete auszuwählen und Fachpolitiken auf Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf auszurichten.

Für das Sozialmonitoring werden soziale Indikatoren wie z. B. SGB-II-Bezug (Grundsicherung), Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung und Bildungsabschlüsse zusammengetragen und für jedes Quartier aufbereitet. Anschließend werden die Daten der insgesamt 847 Statistischen Gebiete mit dem gesamtstädtischen Durchschnitt verglichen. Dadurch können Quartiere mit sich abzeichnenden Herausforderungen frühzeitig erkannt werden. Entsprechende Erkenntnisse führen – neben städtebaulichen Einschätzungen und politischen Erwägungen in den Bezirken – regelmäßig zu weiteren Prüfungen, ob Stadtteile oder Quartiere durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) gefördert werden sollten.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.