Die Fachgruppe Bildende Kunst der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Hamburg/Nord lobt den ersten Kunstpreis, den Sella Hasse Kunstpreis, aus. Bewerbungsschluss ist der 30. Juli 2012.
Damit führt ver.di die Tradition fort, sich als Gewerkschaft nicht nur für verbesserte Arbeitsbedingungen und Löhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen, sondern sich auch auf kulturellem Gebiet zu engagieren.
Das derzeit veränderte politische und wirtschaftliche Klima hat die unterschiedlichen gesellschaftspolitischen und sozialen Konflikte ebenso verschärft wie die geopolitischen und ökologischen Widersprüche. Dies geht auch an engagierten Künstlerinnen und Künstlern nicht spurlos vorüber. Sie sind bereit, sich damit auseinanderzusetzen und neue Impulse sowie kritische Denkanstöße zu geben.
Mit der Verleihung des Sella Hasse Kunstpreises wird das Werk von Sella Hasse in einen Kontext zur politischen Gegenwart und der zeitgenössischen Kunst gestellt und das Werk von bis zu drei Künstler/Innen ausgezeichnet. Die Werke sollen Bezug haben zu den Fragen, die auch Sella Hasse beschäftigten, nämlich zu denen um die menschliche Existenz. Mit dem Sella Hasse Kunstpreis fördert ver.di die kritische Auseinandersetzung von gesellschaftlichen Entwicklungen mit künstlerischen Mitteln.
Aufgerufen sind alle professionellen bildenden Künstlerinnen und Künstler, die ihren Wohnsitz in Hamburg haben, sich bis zum 30. Juli 2012 für den Sella Hasse Kunstpreis zu bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen können auf der ver.di Hamburg Seite unter dem Stichwort Sella Hasse Kunstpreis heruntergeladen werden. http://hamburg.verdi.de/sella-hasse-kunstpreis
Die prämierten Arbeiten werden in der Galerie Speckstrasse im Gängeviertel (Speckstrasse 83-87) in Hamburg gezeigt. Am 7. September 2012 findet um 19 Uhr die Preisverleihung statt.
Zu Sella Hasse:
Sella Hasse (1878-1963), Zeitgenossin, Freundin und Schülerin von Käthe Kollwitz und Lovis Corinth ist vor allem durch ihre expressiven Grafiken aus der Welt der Arbeit und über sozialkritische Themen, Kriegsfolgen, menschliches Elend sowie im späteren Werk durch umfangreiche malerische Landschaften, Stillleben und eindrucksvolle Portraits bekannt. Sie lebte u. a. in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Unter der Naziherrschaft waren ihre Arbeiten verfemt, ihre Werke wurden aus den deutschen Museen entfernt. Weitgehend vergessen, wurde sie inzwischen wieder entdeckt. Ihre letzte große Ausstellung fand 2004 in Wismar statt.