Bittere Momentaufnahme von Infratest dimap im Auftrag der „ARD-Tagesthemen“: Die CDU baut ab, 43 % der HamburgerInnen hätten lieber einen SPD-geführten Senat – aber für Rot-Grün reicht es nicht. 7 % für die Linke sorgen dafür, dass die Wunschpartner keine Mehrheit haben, ergibt eine neue Umfrage.
Die CDU käme danach noch immer auf 42 %, hätte gegenüber 2004 damit immerhin 5,2 % verloren. SPD (32 %) und GAL (13 %) wären gemeinsam zwar stärker als die derzeitige Regierungspartei, aber bei 7 % für die Linke würden sie in der Bürgerschaft über keine Mehrheit verfügen. Und auch die FDP legt leicht zu – sie sehen die Umfrager jetzt bei 4 %. Alle übrigen Bewerber hätten zusammen 2 % und spielen wohl keine Rolle.
Gäbe es eine Direktwahl des Bürgermeisters, würde von Beust noch immer sehr deutlich mit 52 % über seinen Kontrahenten Michael Naumann (29 %) triumpfieren. Beust hat damit im Laufe der letzten 12 Monate zwar abgebaut, aber Naumann bewegt sich ungefähr da, wo sein Vorgänger Petersen vor einem Jahr stand.
Die Stellungnahme der SPD klingt ein wenig nach „pfeifen im Wald“:
Zu den aktuellen Meinungsumfragen von Infratest dimap im Auftrag der „ARD-Tagesthemen“ erklärt SPD-Landeschef Ingo Egloff:
1. Es gibt eine Wechselstimmung in der Stadt: Ein SPD-geführter Senat wird von den Hamburgerinnen und Hamburgern bevorzugt. Michael Naumann hat einen großen Anteil an diesem Umschwung – er kommt bei den Bürgern an und genießt ein großes Vertrauen.
2. Von Beust hat keine Mehrheit mehr und verliert massiv – dies ist die Quittung für eine unsoziale Politik, sein Versagen in der Bildung und seinen selbstherrlichen Regierungsstil.
3. Rot-Grün liegt klar vor den Schwarzen.
4. Wer Linkspartei wählt, hilft der CDU.
5. Diese Umfrage bringt gute Laune in die SPD. Sie ist Treibstoff für unseren Wahlkampf.
Nachtrag: Mit einem Tag Verspätung die Stellungnahme der GAL:
Zu der gestern veröffentlichten Infratest dimap-Umfrage im Auftrag der Tagesthemen erklärt die GAL-Vorsitzende Anja Hajduk, MdB:
„Die Stimmung in Hamburg ist gekippt, und eine Mehrheit will andere Regierung. Wir werden alles daransetzen, dass dieser Wunsch der Hamburgerinnen und Hamburger in Erfüllung geht. Für den Wechsel ist ein starkes Ergebnis der GAL notwendig. Ein Umfragewert von 13 Prozent ist dafür eine gute Ausgangslage und motiviert uns zusätzlich für den Wahlkampf.“