Nach 13 Jahren gibt es wieder reguläre Tarifverträge für die 45.000 Beschäftigten im nordwestdeutschen Tischlerhandwerk. IG Metall und Arbeitgeber verständigten sich am 18. Juli 2012 nach über 16-stündigen Verhandlungen auf ein neues Tarifwerk.
Es gilt für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein.
Die neuen Tarifverträge sehen eine 38,5-Stunden-Woche vor. Das Eckentgelt liegt bei 14,46 Euro in der Stunde beziehungsweise 2.422 Euro im Monat. Nach den Tarifverträgen stehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bis zu 13 Monatsentgelte im Jahr zu: Das Weihnachtsgeld ist nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit gestaffelt und kann bis zu 70 Prozent eines Monatsentgelts betragen; das zusätzliche Urlaubsgeld liegt bei 30 Prozent. Auszubildende erhalten im ersten Ausbildungsjahr 490 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 600 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 680 Euro. Die Tarifverträge zu Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen können erstmals zum 31. Juli 2013 gekündigt werden.
Die Arbeitgeber hatten in den vergangenen Jahren Tarifverträge mit sogenannten „christlichen“ Gewerkschaften abgeschlossen. Durch ein Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Hamm vom September vergangenen Jahres, wurde der „christlichen“ Gewerkschaft für Kunststoffgewerbe und Holzverarbeitung im CGB e.V. (GKH) jedoch die Tariffähigkeit abgesprochen. Mit den nahezu mitgliederlosen „christlichen“ Gewerkschaften – ohne eigene Durchsetzungsmacht – hatten die Arbeitgeber unter anderem die Arbeitszeit ohne Bezahlung von 37 auf 40 Wochenstunden heraufgesetzt und Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld vereinbart.
Zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern des Tischlerhandwerks waren seit November letzten Jahres insgesamt 15 Verhandlungsrunden erforderlich bis das Ergebnis stand.
Friedhelm Ahrens, Verhandlungsführer der IG Metall Küste: „Zwei Ziele konnten wir in den Verhandlungen erreichen. Nach 10 Jahren gelten erstmals wieder reguläre Tarifverträge und nach 13,2 Prozent Reallohnverlust gibt es für die Beschäftigten erstmals wieder einen ordentlichen Schritt zur Angleichung an die allgemeine Einkommensentwicklung. Das Ausscheren ist beendet, ohne dass die Betriebe überfordert sind.“
Das jetzt vereinbarte Verhandlungsergebnis muss noch von den Gremien der Tarifvertragsparteien bestätigt werden. Die Tarifkommission der IG Metall entscheidet darüber am 4. August in Hannover. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 14. August 2012.
Was ist jetzt aus den verhandelungen geworden?
Steht der tarifvertrsgslohn jetzt so fest wie es hier steht?