NDR will Barrieren für Behinderte abbauen

Schlecht oder gar nicht sehen oder hören können: Behinderte treffen auf hohe Hürden, die auch die Mediennutzung erschweren. Zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gibt es deutliche Unterschiede: NDR-Intendant Lutz Marmor hat jetzt einen weiteren Ausbau barrierefreier Angebote des NDR angekündigt.

Bei der Informationsveranstaltung „Barrierefreier Rundfunkzugang“ in Hamburg sagte Marmor, die Untertitelungsquote werde weiter zügig ausgebaut: „Bis Ende 2013 streben wir im NDR Fernsehen eine Quote von über 50 Prozent an. Im Ersten möchten wir bis Ende 2013 möglichst alle Sendungen des NDR untertiteln.“ Bereits in den vergangenen drei Jahren hat das NDR Fernsehen seine Untertitelungsquote von 11 auf jetzt 37 Prozent gesteigert. Seit 2007 bietet der NDR auch live untertitelte Sendungen an. Vorreiter war das Vorabendmagazin „DAS!“ im NDR Fernsehen, das seither fester Bestandteil des Angebots der NDR Untertitel-Redaktion ist.

„Unser Ziel ist es, nach Möglichkeit ab 2013 alle Fernsehfilme und Serien, die der NDR ins Erste einbringt, auch in einer Hörfilmfassung anzubieten“, so der NDR-Intendant. Zu dem Treffen hatte der NDR Vertreterinnen und Vertreter von Hör- und Sehbehindertenverbänden aus Norddeutschland in den Sender eingeladen.

„Der NDR hat auf diesem Feld bereits eine Menge getan – umso mehr freuen wir uns über die Zusage, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Wir Hörbehinderten halten es wir außerordentlich wichtig, dass weiter in den Ausbau investiert wird und zum Beispiel Hintergrundgeräusche in Sendungen weiter gedämpft werden“, sagte Adelheid Munck vom Deutschen Schwerhörigenbund, erste Vorsitzende im Landesverband Schleswig Holstein.

Bernd Uhlig, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins Mecklenburg-Vorpommern, begrüßte die angekündigte Steigerung bei Filmen mit Hörfilmfassung. „Für blinde und stark sehbehinderte Menschen ermöglicht Audiodeskription die Teilhabe am Gemeinschaftserlebnis Fernsehen“.

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