Eine Wertschätzung weiblichen Wirkens

Ob Straßenname oder Schule – wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten: „Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“ Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen mehr hat, denn es gibt jetzt eine Datenbank der Stadt.

Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit, aber wenn es um die Erinnerung an sie geht, da dominieren noch immer die Männer auf den Spitzenplätzen. Die reinen Zahlen für Hamburg sind ernüchternd: Ca. 2000 Straßennamen sind nach Männern benannt – aber nur rund 300 nach Frauen. Das gleiche zeigt sich an der Anzahl der Denkmäler, Erinnerungstafeln. Und auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird nur wenig an sie gedacht.Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig – erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering.

Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit – im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

„Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich“, so die Mitteilung.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind. An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Und hier geht es zur neuen Datenbank:

www.hamburg.de/frauenbiografien

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.