Im Rahmen des unbefristeten Streiks im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst ruft ver.di am Donnerstag, den 28. Mai zu einer norddeutschlandweiten Großdemonstration in Hamburg auf. Es werden bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet.
Diese und weitere Streikdemonstrationen im Bundesgebiet sollen am morgigen Donnerstag den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöhen, die sich zeitgleich in Frankfurt treffen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) weigert sich nach wie vor ein verhandlungsfähiges Angebot zur Aufwertung von sozialen- und erzieherischen Berufen abzugeben.
Im Zusammenhang mit den Elternprotesten unterstützt ver.di Hamburg ausdrücklich die gestrige Demonstration des Landeselternausschusses (LEA), welche Bewegung in den Konflikt bringen sollte und die Arbeitgeber endlich zur Abgabe eines verhandelbaren Tarifangebotes aufgefordert hat.
„Die Wut der Hamburger Eltern ist völlig nachzuvollziehen und hat sich mit der Protestaktion im Hamburger Rathaus einen richtigen Adressaten gesucht“, sagt Hilke Stein von ver.di Hamburg. „Die Politik hat Verantwortung in diesem Konflikt und darf ihn nicht aussitzen. Ich würde mir wünschen, dass die Eltern überall im Land ihren Protest über die Blockadehaltung der kommunalen Arbeitgeber so zum Ausdruck bringen würden“.
ver.di fordert in dem aktuellen Tarifkonflikt bundesweit eine grundsätzliche Aufwertung von sozialen- und erzieherischen Berufen durch eine Höhergruppierung im Tarifvertrag.
Begründet wird die Forderung mit den zunehmenden Anforderungen im Sozial- und Erziehungsdienst, der notwendigen Steigerung der Attraktivität dieser Berufe für Berufsanfänger und letztendlich der gesellschaftlichen Schieflage, nach der Berufe am Menschen immer noch wesentlich schlechter bezahlt werden als Berufe in der Industrie.
In diesem Zusammenhang verweist ver.di Hamburg auf die hohe Gehaltsdifferenz, die beispielsweise zwischen einem Industriemechaniker und einem Erzieher in Hamburg liegen. Bekommt der Industriemechaniker nach einer 3,5 jährigen Ausbildung ein tarifliches Einstiegsgehalt von monatlich 3328,00 Euro, so erhält ein Erzieher nach fünfjähriger selbstfinanzierter Ausbildung eine Einstiegsvergütung von 2.478,17 Euro.
Dazu Hilke Stein: „ Die Streikenden haben den Stein ins Rollen gebracht und machen klar: eine Aufwertung von sozialen- und erzieherischen Berufen ist überfällig! Keiner hat mehr Verständnis dafür, dass die Arbeit am Menschen ein Drittel schlechter bezahlt wird als die Arbeit an Maschinen.“
Für die Redaktionen:
Die Streikenden treffen sich am morgigen Donnerstag ab 9:00 Uhr vor dem Hamburger Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Um 10:30 Uhr wird es von dort eine große Streikdemonstration durch die Innenstadt zum städtischen Arbeitgeberverband (Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg/AVH) Am Neuen Krahn 2 in der Speicherstadt geben. Nach einer Zwischenkundgebung um 11:30 Uhr geht es weiter zum Hamburger Fischmarkt, wo um 12:30 Uhr die Abschlusskundgebung mit Reden und Musik stattfinden wird. Es werden bis zu 10.000 Teilnehmer aus ganz Norddeutschland erwartet.