Morgen, 12 Uhr: Hamburg steht still

Immer mehr Arbeitnehmer wollen sich am Donnerstag um 12 Uhr an der Schweigeminute für die Opfer der Nazi-Morde beteiligen. Jetzt erklärten sich auch die Stadtreinigung, Airbus-Beschäftigte, Lehrer, Bahn- und Busfahrer solidarisch: Die HVV-Fahrgäste werden durch Ansagen in den Fahrzeugen und zum Teil an Haltestellen auf die Schweigeminute hingewiesen und gebeten, an dem Gedenken teilzunehmen.

Mit der Stadtreinigung Hamburg nimmt ein weiterer Großbetrieb mit seinen gut 2.400 Beschäftigten an der morgigen Schweigeminute teil.
„Die Kolleg/innen im Außendienst werden um 12 Uhr ihre Arbeit unterbrechen und ihre Fahrzeuge kurz stehen lassen. Auch die Beschäftigten in den Betriebshöfen werden zu dem Zeitpunkt ihre Tätigkeiten einstellen, um gemeinsam mit der ganzen Stadt der Opfer der Neonazis gedenken“, telte die Gewerkschaft ver.di mit. Auch bei Airbus, Still und Vattenfall Netservice wird um 12 Uhr die Arbeit ruhen.

Die GEW Hamburg begrüßte den Aufruf des Schulsenators an die Hamburger Schulen zur Beteiligung. „Diese Aktion ist für uns ein Zeichen der Trauer um die Opfer und des Mitgefühls mit ihren Angehörigen, aber auch ein Zeichen der klaren Verurteilung von Rassismus“, so Klaus Bullan, Vorsitzender der GEW Hamburg: „Wir bitten insbesondere die Lehrkräfte in Hamburg, mit ihren SchülerInnen die Aktion als Anlass für eine Auseinandersetzung mit rechtem Terror und Rassismus im Unterricht zu nutzen. Es darf nicht bei diesem Innehalten am Donnerstag stehenbleiben, sondern die Trauer um die Opfer muss sich mit der Bekämpfung von Nazi-Ideologien und Rassismus auf allen Ebenen verbinden.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände rufen gemeinsamen auf, am Donnerstag, den 23.Februar 2012, 12 Uhr, für eine Schweigeminute in der Arbeit inne zu halten, um der Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu gedenken. Die Schweigeminute findet zeitgleich mit dem zentralen Staatsakt der Verfassungsorgane des Bundes für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt statt.

Im Aufruf heißt es u.a.: „Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden:

ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden,

ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt,

ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.“

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