Moorburg: Nimmt Maaß seinen Hut?

Kein anderer damaliger Oppositionspolitiker hatte engagierter als er gegen das Kohlekraftwerk Moorburg gewettert. Es sei keinesfalls genehmigungsfähig, erklärte der Umweltjurist, und es gäbe jede Menge rechtliche Möglichkeiten, das Kraftwerk zu verhindern. Heute ist Christian Maaß Staatsrat der Umweltbehörde – und muss wohl feststellen, dass dicke-Backen-machen nicht immer reicht, um zu pfeifen. Es gibt Rücktrittsforderungen.

Bevor die Großkopferten der GAL von den Mitgliedern die Zustimmung erhielten, ins warme Bett der Koalition zu schlüpfen, gab es erregte Debatten. Dass am Ende ein von sehr vielen Mitgliedern getragenes „Ja“ stand, hatte viel damit zu tun, dass insbesondere Christian Maaß allen Zweiflern versicherte, das Kraftwerk Moorburg sei zu kippen.

Jetzt fragen sich Kritiker: Hat er uns getäuscht – oder ist er auf das scheinbare CDU-Entgegenkommen hereingefallen? Vor allem Maaß kreiden viele an, dass die GALier jetzt allen über Jahre verbandelten und vertrauten Umweltgruppen und -verbänden gestehen müssen, dass ausgerechnet die GAL-Senatorin Anja Hajduk die Genehmigung für den Klimakiller erteilen muss. Das kann die GAL teuer zu stehen kommen. Ein Bauernopfer ist in derlei Situationen ein probates Mittel.

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