Einem heutigen Bericht des Hamburger Abendblatts zufolge hat der Energiekonzern Vattenfall offiziell den Bauantrag für das umstrittene Kohlekraftwerk in Moorburg gestellt. In dieser Angelegenheit führt Bürgermeister Ole von Beust angeblich Gespräche mit der Konzernspitze.
Der Senat nennt als Voraussetzung für eine schnelle Genehmigung eine Verpflichtung zur CO2-Abscheidung, umfassende Kraft-Wärme-Kopplung und einen gutachterlichen Nachweis zur CO2-Reduktion.
Die GAL-Vorsitzende Anja Hajduk, MdB, kritisiert: „Die Bedingungen des Senats für den vorzeitigen Baubeginn des Kohlekraftwerks sind reine Kosmetik. Der Senat versucht nach wie vor, einen Klimakiller als Klimaschützer zu verkaufen. Der Bürgermeister sollte prüfen, wie sich das Kohlekraftwerk verhindern lässt, statt einen Kuhhandel mit Vattenfall einzugehen.“
Hajduk weist darauf hin, dass mit der CO2-Abscheidung – wenn überhaupt – nicht vor 2020 zu rechnen ist, es in Hamburg genug Wärme gibt und die CO2-Reduktion ein Bilanztrick ist. Wenn das Kohlekraftwerk in Moorburg gebaut würde, erhöhte sich der CO2-Ausstoß Hamburgs auf einmal um 40 Prozent. Stattdessen sei für eine nachhaltige Energieversorgung neben den Erneuerbaren Energien der Bau von dezentralen Gasheizkraftwerken notwendig, so Hajduk.