Moorburg: CO2-Abscheidung ist Unfug

Von den Befürwortern des geplanten Kohle-Großkraftwerks in Moorburg wird wegen der extremen Klimaschädlichkeit dieses Projektes gern darauf hingewiesen, dass es in Zukunft möglich sein wird, das Treibhausgas CO2 aus dem Rauchgas abzuscheiden und zu deponieren, also nicht in die Atmosphäre gelangen zu lassen. Eindeutig Unfug, sagt die Hamburger Fachgruppe Energie.

Das ist – laut Hamburger Fachgruppe Energie – der Zusammenhang:

Kann ein solches Verfahren für Moorburg eingesetzt werden? Die Antwort ist ganz klar: NEIN. Mit dieser Aussicht wollen die Verantwortlichen nur die Bevölkerung gegen besseres Wissen beschwichtigen.

Es ist zwar relativ leicht, Kohlendioxid (CO2) von dem Stickstoff im Rauchgas zu trennen. Aber die große Menge ist das Problem.

CO2 ist ja nicht eine Beimengung, ein Nebenprodukt im Rauchgas, sondern das Hauptprodukt jeder Verbrennung. Für jedes Kilogramm Kohle, das verbrannt wird, benötigt man ca. 2,6 Kilogramm Sauerstoff (aus der Luft) und bekommt logischerweise 3,6 Kilogramm CO2. Da CO2 ein Gas ist, füllen diese 3,6 kg einen Raum von fast zwei Kubikmetern – aus einer Handvoll Kohle.

In Moorburg rechnet Vattenfall nun aber mit 8 Milliarden Kilogramm CO2 pro Jahr, denn dort sollen mehr als 2 Milliarden Kilogramm Kohle pro Jahr verfeuert werden, das wären vergleichsweise 3 Güterzüge pro Tag. Schließlich soll das Kohlekraftwerk ja größer werden als das Atomkraftwerk Krümmel oder Brokdorf. 8 Milliarden Kilogramm CO2, das sind 4 Milliarden Kubikmeter Gas.

Zum Vergleich: Der Staat Hamburg – von den Harburger Bergen bis nach Duvenstedt, von Rissen bis in die Vierlande – hat eine Fläche von ca. 750 Quadratkilometern. Würde man 4 Milliarden Kubikmeter darauf ausgießen, lägen die Einfamilienhäuser schon im ersten Jahr weitgehend unter CO2. Das Kraftwerk läuft aber, wenn es gebaut wird, schätzungsweise 30 Jahre. Wenn das gesamte CO2, das dabei entsteht, auf Hamburg gelegt würde, wäre die Schicht ca. 165 Meter hoch, bis zur Spitze der Nikolaikirche.

Oder anders dargestellt: Wenn man die Menge CO2, die Moorburg erzeugen soll, so auf die Erde ausgießt, dass sie überall einen Meter hoch steht, wären Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen damit zu bedecken. Nur von einem einzigen Kraftwerk!

Wer behauptet, es innerhalb der nächsten 30 Jahre zu schaffen, diese Menge Gas unterzubringen, hat entweder keine Ahnung – oder lügt.

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