Was tun, wenn der Bahnhof weg ist? In der „Mitte Altona“ geht es schon jetzt um die Grundstücke: Der soziale Mix muss stimmen, sagen SPD und GAL. Im ersten Abschnitt geht es um die wichtige Frage der Grundstücksvergabe für Baugemeinschaften, Genossenschaften und sozial orientierte Bauträger.
Eine mögliche Verlagerung des Bahnhofs Altona an den Standort Diebsteich und die Aufgabe weiterer bahnbezogener und gewerblicher Nutzungen eröffnen die Chance, ein rund 75 Hektar großes Areal im Herzen Hamburgs neu zu entwickeln. Der Masterplan für Mitte Altona steht vor dem Beschluss durch Senat und Bürgerschaft. Zurzeit werden mit den Bürgerinnen und Bürgern Altonas die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen diskutiert. Unmittelbar im Anschluss werden die Verhandlungen mit den Grundeigentümern in die entscheidende Phase gehen.
GAL und SPD werden in den kommenden Monaten zu einzelnen Themenblöcken
detailliertere Positionen für die Verhandlungen und die weitere Planung
definieren. Im ersten Abschnitt geht es um die wichtige Frage der
Grundstücksvergabe für Baugemeinschaften, Genossenschaften und sozial
orientierte Bauträger.
Dazu Mark Classen, baupolitischer Sprecher und stellvertretender
Vorsitzender der SPD-Fraktion Altona: „Wir werden in der Mitte Altona –
wie in jedem Hamburger Bauvorhaben – ein Drittel geförderten Wohnungsbau
realisieren. Zudem sollen Baugemeinschaften und Genossenschaften jeweils
20 Prozent der Grundstücke erwerben können. Mit diesen Entwicklungszielen
sichern wir einen ausgewogenen Mix für den neuen Stadtteil Mitte Altona.
Sollten sich die Eigentümer nicht daran halten, dann würden wir über eine
Entwicklungssatzung nach §165 BauGB nachdenken. Aber soweit muss es nicht
kommen.“
Dazu Christian Trede, Sprecher für Stadtentwicklung der GAL-Fraktion in
der Bezirksversammlung Altona: „In Mitte Altona sollen alle Menschen ein
Zuhause finden. Die Mischung muss stimmen. Wir wollen keinen Stadtteil nur
für reiche oder nur für einkommensschwache Menschen. Unser Vorbild ist
Altona-Altstadt und Ottensen. Wenn die Eigentümer dazu nicht bereit sind,
muss die Stadt die Flächen aufkaufen. Die Altonaer Koalition bezieht hier
Position und wird den Prozess konstruktiv begleiten.“
Die Forderungen von GAL und SPD im Einzelnen:
1. Sozial orientierte Bauträger, Baugemeinschaften und Genossenschaften
müssen zu WK-förderfähigen Konditionen Grundstücke erwerben können
2. Mindestens 33% geförderten Wohnungsbau zuzüglich 20% Baugemeinschaften
und 20% Genossenschaften bei der Grundstücksvergabe
3. Grundstücksvergabe an Baugemeinschaften ausschließlich über die Agentur
für Baugemeinschaften im Rahmen des derzeit gültigen Vergabeverfahrens
4. Gerechte Berücksichtigung auch für Kleingenossenschaften
5. Interessensbekundungsveranstaltung gemeinsam mit den Grundeigentümern,
der Politik, Baugemeinschaften und anderen sozial orientierte Bauträgern –
noch vor der Sommerpause